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07.04.2026 , 15:32 Uhr
Die Teilzeitquote ist gerade wegen der oben beschriebenen Arbeitsbedingungen so hoch. Wobei das auch eine Frage ist wie man es rechnet: Mit einer Teilzeitstelle von 80% arbeitet man als Assistenzärztin in der Klinik ca. 40 Stunden/Woche und damit eigentlich Vollzeit. Heißt nur nicht so, weil die meisten Ärztinnen und Ärzte in „Vollzeit“ eben eher 60 Stunden und mehr leisten jede Woche. Bereitschaftszeit ist Arbeitszeit und da ist häufig am meisten zu tun, denn gerade dann kommen die Notfälle, die man mit wenig Personal im Dienst behandeln muss.
zum Beitrag07.04.2026 , 03:57 Uhr
Das mit dem unanständig reichen Radiologen hat sich in den letzten 10 Jahren auch schon abgemildert. Aber der Originalartikel differenziert ja nicht einmal zwischen den verschiedenen Ärztegruppen, sondern sieht sie pauschal als Bestverdiener:Innen, die unsolidarisch nichts vom Kuchen abgeben wollen. Welche Kosten den Einnahmen einer Praxis gegenüberstehen, welche Arbeitszeiten und -Bedingungen sowie Verantwortung hinter (Ober)arztgehältern in den Kliniken stehen, wie lange es dauert bis man überhaupt ein Gehalt und dann die entsprechenden Gehaltsstufen erreicht hat und welche unternehmerischen Risiken niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte tragen, wird geflissentlich nicht recherchiert. Sonst müsste man ja am Ende noch einen differenzierten statt polemischen Artikel schreiben.
zum Beitrag07.04.2026 , 03:49 Uhr
Meinen Sie, dass das eine kluge Rechnung ist? Wir bezahlen jeder Ärztin und jedem Arzt über 6-7 Jahre ein sehr teures Studium, damit sie nach unseren Standards ausgebildet sind und lassen sie dann einfach gehen, weil wir nicht wettbewerbsfähig sein wollen? Und das um Ärztinnen und Ärzte anzuwerben, die dann wiederum ihren Heimatländern fehlen, wo es noch schlechter ist als bei uns, deren Ausbildungsstandard wir jedes Mal nachprüfen müssen (Mehrarbeit) und die trotz aller Bemühungen häufig Sprachbarrieren haben (wenn man sprachlich nicht zwischen Infekt und Infarkt unterscheiden kann oder weiß, was der Patient meint, wenn „Winde abgehen“, sollte man in Deutschland noch nicht eigenverantwortlich medizinisch tätig sein).
zum Beitrag07.04.2026 , 03:34 Uhr
Menschen sind keine Autos. Ob eine Erkrankung selbstverschuldet eingetreten ist, kann man häufig schlecht bestimmen, da Erkrankungen meist multifaktoriell entstehen. Bestimmte genetische Dispositionen z.B. sind unverschuldet, weil geerbt und den Menschen häufig bis zum Eintritt der Erkrankung unbekannt. Sie wissen daher nicht, dass bei Ihnen ein riskantes Verhalten mit höherer Wahrscheinlichkeit zur Erkrankung führt. Die Beweisführung, dass in einem individuellen Fall das Rauchen und nicht etwa Umwelteinflüsse, unbekannte genetische Faktoren oder schlicht der Zufall wirklich als Hauptursache ausgemacht werden können, stelle ich mir auch schwierig und in den meisten Fällen nicht so eindeutig vor, dass sie juristisch Stand halten würde. Da ist es doch einfacher gesundheitsschädliches Verhalten durch hohe Besteuerung zu sanktionieren. Sollten wir auch bei einer zu hohen Bildschirmzeit machen.
zum Beitrag08.03.2026 , 06:07 Uhr
Danke, ja! Diesen Trend, dass niemand mehr für sein eigenes Leben verantwortlich ist und/oder sein will, kann ich nur bestätigen. Das lässt sich auch noch ergänzen um Bildung. Auch für die Bildung (und Erziehung) ihrer Kinder wollen viele Eltern nicht mehr verantwortlich sein und sehen dort allein Kitas und Schulen in der Verantwortung. Aus diesem Trend folgt, dass billige Ausreden nicht mehr von guten Gründen differenziert werden und dass stattdessen diejenigen angegangen werden, die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen.
zum Beitrag17.02.2026 , 03:29 Uhr
Die beiden nicht Gebärenden übten durchaus Druck auf die Gebärende aus mit ihren vehementen Aussagen („Propaganda“, „Gleichberechtigung sonst nicht möglich“), die auch noch auf Desinformation beruhen (Propaganda, Vorteile des Stillens nach aktueller Studienlage nicht wissend oder anerkennend) während mindestens eine dabei nicht einmal wusste, was Premilch eigentlich ist. Die Gebärende hat nämlich durchaus ihren eigentlichen Wunsch zum Ausdruck gebracht, das Kind Vollzeit stillen zu wollen, dies aber aufgrund des Drucks der beiden anderen sein gelassen. Es war keine alleinige Entscheidung der Gebärenden, was selbstverständlich völlig ok ist, wenn sich diese aus eigener Überzeugung für oder gegen das (Vollzeit)stillen entscheidet. Da sind die beiden nicht besser als jeder Mann, der sich darin einmischen will, ob die Gebärende stillt oder nicht. Es werden hier eben nicht die Spezifika der gebärenden Mutter berücksichtigt. Sie darf das ausschließlich in ihrer Schicht tun, ihre Mitmütter berücksichtigen diese Spezifika nicht aus Eifersucht, Angst vor Ablehnung und basierend auf Falschinformationen. Dabei ist eine Bindung durch Körperkontakt auch für nicht Stillende sehr gut möglich.
zum Beitrag17.02.2026 , 03:14 Uhr
Aus dem Text natürlich. Eine andere Quelle haben wir ja nicht. „Beim ersten Premilchkauf hab ich erst verstanden, dass das ja Kuhmilch ist, Fischöl ist auch drin“ - hier bekennt eine der nicht gebärenden Mütter, dass sie bis nach der Geburt nicht einmal wusste, was Pre-Milch überhaupt ist. Trotzdem vertrat sie zuvor die Überzeugung, dass Stillen Propaganda ist. Das ist medizinisch absolut nicht haltbar. Auch die Vorteile des Stillens werden mit „weniger Allergien“ kleingeredet, muss man doch nach aktueller Studienlage davon ausgehen, dass Stillen das Risiko für den plötzlichen Kindstod reduziert. Die beiden nicht gebärenden Mütter wirken keinesfalls gut informiert zum Thema.
zum Beitrag16.02.2026 , 18:10 Uhr
Die Versuch der Negation biologischer Natürlichkeiten ist leider immer häufiger anzutreffen. Damit einhergehend wird oft auch eine klassische Mutterrolle als patriarchales Feindbild gebrandmarkt. Als gäbe es nicht auch die Möglichkeit, die Fähigkeit neues Leben zu gebären positiv zu besetzen und die unterschiedlich biologisch geförderte Entwicklung von Bindung zwischen Eltern und ihren Kinder anzuerkennen ohne unterdrückende patriarchale Strukturen damit zu befürworten. Selbst wenn frau bestätigt, sich aus freien Stücken trotz bester Ausbildung für Elternzeit und care Arbeit entschieden zu haben, wird ihr internalisierte Misogynie vorgeworfen und damit die Fähigkeit zur selbständigen Entscheidungsfindung abgesprochen. Die Ablehnung, die einer stillenden, in Teilzeit (oder schlimmer noch gar nicht) arbeitenden Mutter aus dieser Richtung entgegenkommt, hat für mich nichts mehr mit Feminismus zu tun.
zum Beitrag16.02.2026 , 09:56 Uhr
Wenn man 9 Monate Zeit hat und diese nicht einmal nutzt um sich mit Fakten zum Thema Stillen und Pre-Milch auseinanderzusetzen (obwohl dies als wichtiges Thema bewertet wird), dann spricht das weder für Bedachtsamkeit noch für Lernwillen. Das reiht sich doch eher ein in die Mehrzahl klassischer Elternpaare, die unreflektiert und ohne zu Hinterfragen ihre eigenen, häufig ebenso faktenfreien Überzeugungen aufs Kind übertragen wollen. Leider reiht es sich auch ein in das Motiv des nicht gebärenden Elternteils, das dem gebärenden Elternteil sagen will, was dieses mit seinem Körper zu tun und zu lassen hat.
zum Beitrag16.02.2026 , 09:25 Uhr
„Ich bin überzeugt, dass eine gleichberechtigte Elternschaft unmöglich ist, wenn eine Person voll stillt.“ Allen stillenden Müttern und ihren Partnern/Partnerinnen zu unterstellen, sie seien nicht gleichberechtige Eltern, ist schon ein starkes Stück. Warum sollte Arbeitsteilung nur gelingen, indem alle denselben Anteil derselben Arbeiten erledigen anstatt Aufgaben verschieden, aber gerecht zu verteilen? Schwangerschaft und Stillen wird von mindestens einer der Frauen als ein biologischer Prozess degradiert, den es nahezu zu überwinden gilt. Es fehlt komplett eine Wertschätzung für die Entbehrungen der Frau, die monatelang das Kind getragen und es unter Schmerzen geboren hat, für ihre körperlichen Veränderungen und hormonelle Beeinflussung. Der Widerwillen, sich mit Fakten rund ums Stillen zu beschäftigen, geht vermutlich mit einer ebensolchen Unwissenheit über Oxytocin, Progesteron, etc. einher. Einer Mutter durch sozialen Druck das Stillen auszureden um sich wie eine Kuh melken zu lassen - eine solche Degradierung der Frau als Gebärmaschine kenne ich sonst nur aus dem Patriarchat. „Gebärende“, die stillen, sind Propagandageblendete in einer nicht gleichberechtigten Elternschaft??
zum Beitrag20.01.2026 , 10:59 Uhr
Keine Sorge, das ist nur eine Übergangsphase! Sobald der Ärztemangel so groß ist, dass die Praxen allein mit Privatpatienten und Selbstzahlern voll werden, lohnt es sich für Niedergelassene gar nicht mehr überhaupt einen Kassensitz zu haben. Und voilà: Problem gelöst - alle bekommen dieselben Termine. Oder etwa nicht? Herzlich willkommen in der echten Zwei-Klassen-Medizin.
Eine Arztpraxis ist eben auch ein wirtschaftliches Unternehmen mit Angestellten und hohen Fixkosten. Wenn die Krankenkassen die Leistungssätze kürzen, zu wenig Sitze anbieten und diese dann auch noch budgetieren, sodass nach Erschöpfung der Kapazitäten Leistungen nicht mehr entlohnt werden, stellen sich die Ärzte selbstverständlich darauf ein. Die Alternativen bestehen darin, sich als Arzt entweder gar nicht erst niederzulassen (machen viele - man bekommt die Praxen heute kaum noch verkauft) oder eben überhaupt keine Kassenpatienten mehr zu behandeln und eine reine Privatpraxis aufzumachen, wie es jedem Arzt zusteht. Fazit: auch Kassenpatienten müssen sich für eine Praxis lohnen, sonst findet man irgendwann keinen Arzt mehr, der ausreichend schlecht rechnen kann um sie zu behandeln.
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