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03.03.2026 , 12:10 Uhr
Zu deiner Replik (2): Die Schweiz ist geradezu das Paradebeispiel einer kleinen Nation, wo das seit Jahrhunderten gut funktioniert. Die Nazis hatten bspw. Eroberungspläne, die sie nicht umgesetzt haben, weil es zu kostspielig gewesen wäre. Das Dilemma ist trotzdem deutlich. Letztlich, wenn man überhaupt mit moralischen Anspruch draufschaut, ist Bündnispolitik in Verbindung mit Propaganda leider immer ein Einfallstor für imperiale Geopolitik. Das zu vermeiden muss Vorrang haben.
Zu (3): Auch hier, entweder du willst moralisch, humanistisch argumentieren, oder nicht. Du kannst nicht in Kauf nehmen zig Unschuldige zu massakrieren und zugleich human agieren. Das geht einfach nicht zusammen. Abgesehen davon, es macht auch gar keinen Sinn (und ist in keiner der bekannten Einsatzdoktrinen vorgesehen), ein Land bspw. zu nuken um es zu erobern. Niemand wird Deutschland mit Atomwaffen angreifen, um es einzunehmen. Deutschland ist nur dann in Gefahr, eine Kernwaffe abzukriegen, wenn es andere Länder (bspw. Russland) von seinem Territorium aus nuklear bedroht, bzw. zulässt, dass die USA das von hier aus tun. UND: Man muss halt mal anfangen, dann können andere auch mitmachen.
zum Beitrag02.03.2026 , 16:34 Uhr
Eine vernünftige Variante von Pazifismus muss Selbstverteidigung akzeptieren. Gleichzeitig müssen die mit der Militarisierung verknüpften Probleme beachtet werden:
Propaganda, potenziert von sozialen Medien, macht es teilweise unmöglich, "Gut" und "Böse" klar zu trennen. Menschenrechte werden all zu leicht herangezogen, um imperialer Geopolitik einen Anschein von Gerechtigkeit zu verleihen. Und diejenigen, die in Schützengraben sterben, sind nicht dieselben, die von den Systemen, die sie mutmaßlich verteidigen, profitieren. Vom Profit, der sich industriell aus kriegerischem Leid schlagen lässt, ganz zu schweigen.
Folgende Grundsätze eines vernünftigen Pazifismus bieten sich darum an:
(1) Alle Soldaten müssen freiwillig dienen, so dass niemand gezwungen wird, ein System zu verteidigen, das ihn nur ausbeutet.
(2) Verteidigung geht nur im Inland; sobald man anfängt "die Freiheit am Hindukusch" zu verteidigen, ist man inmitten imperialer Geopolitik.
(3) Oberste Maxime muss die Vermeidung ziviler Opfer sein; Massenvernichtungswaffen sind kategorisch abzulehnen.
(4) Sonstige Interventionen (bspw. Verhinderung eines Genozids) nur mit UN-Mandat.
zum Beitrag05.02.2026 , 11:52 Uhr
Lieber Cem-Odos Gueler, vielen Dank für dieses, im wahrsten Sinn, unheimlich wichtige Interview! Die Kernbotschaft sehe ich im letzten Satz: "Deutschland könnte dazu beitragen, dass mehr über die Risiken anstatt über die Abschreckung gesprochen wird." Hier ist die deutsche Presse in der Pflicht. Also: Weiter so! Viele Grüße
zum Beitrag24.11.2025 , 11:49 Uhr
Der ungerechteste Frieden ist immer noch besser als der gerechteste Krieg. (Marcus Tullius Cicero)
zum Beitrag20.11.2025 , 11:07 Uhr
Moin, "Das einzige, was die AFD klein machen könnte, wäre konservative Politik."... empirisch betrachtet, stimmt das Argument nicht. Mal die Begrifflichkeiten hinten angestellt. Es ist tatsächlich eher andersrum: Wenn man einer Wählergruppe gibt, was sie vermeintlich will (hier: "konservative" Politik), dann schwächt das nicht deren Partei (hier: die AfD), sondern, ganz im Gegenteil, das macht die Partei stärker. ("Siehste, jetzt haben die anderen es kapiert. Wir hatten also die ganze Zeit recht."). Das wurde schon x-mal probiert, weltweit, es gibt genug Befunde dazu. Auch Herr Merz hat es probiert, probiert es weiterhin mindestens auf der sprachlichen Ebene. Klappt aber nicht. Macht nur die AfD stärker. Was es stattdessen bräuchte, wäre eine wirksame Sozialpolitik, ein Wiedereinhegen der kapitalistischen Kälte, zurück also zu einer wirklich sozialen Marktwirtschaft. Damit könnte man der rechtskonservativen Ideologie den Nährboden entziehen: wenn die Leute keine Angst mehr um ihre Perspektive haben müssten, dann könnte man auch nicht länger die Armen gegen die Ärmsten, die Kleinen gegen die Fremden ausspielen. mfG
zum Beitrag30.10.2025 , 09:10 Uhr
tldr: Die Linke ist *als einzige* keine willfährige Dienerin der Reichen.
Das zentrale - und hier im Artikel scheinbar übersehene - Element der Linken ist die Erkenntnis, dass die Ausbeutung der Armen durch die Reichen der kleinste gemeinsame Nenner aller gegenwärtiger Krisen ist.
Ob im Inland bei der Sozial- und Gesundheitspolitik, der Diskrepanz zwischen Rüstungsausgaben und zivilgesellschaftlichen Investitionen, dem auf empfundener Gerechtigkeit aufbauenden Zusammenhalt der Gesellschaft oder den notwendigen Bedingungen für gelingende Klima- und Umweltschutzmaßnahmen (d.h. auch hier soziale Gerechtigkeit); sowie international die elitär- imperialistische Komponente von kriegerischen Konflikten und ihren Profiteuren, usw. usf.
Überall hängt die Entscheidung zwischen Humanismus und Ausbeutung letztendlich daran, ob man gewillt ist, weiter das Spiel der Umverteilung von unten nach oben zu spielen.
Oder ob man, wie es die Linke als einzige politische Kraft anvisiert, endlich die notwendige Umverteilung von ganz oben hin zur Mitte und nach unten anstrebt, weil nur so all die großen Krisen der Gegenwart bewältigbar sind.
Das ist das wahre Alleinstellungsmerkmal der Linken.
zum Beitrag29.10.2025 , 09:05 Uhr
Lieber Ilija Trojanow, Bravo, und vielen Dank für diesen runden, treffenden Artikel! Genau das brauchen wir gerade: vernünftige Stimmen gegen die blindwütige Militarisierung. Damit Otto Normalbürger nicht denken braucht, die Fixierung auf Kriegstüchtigkeit sei alternativlos. Oder, ebenso wichtig, man könne seine Stimme nicht mehr für Friedfertigkeit und Völkerverständigung erheben. Danke dir!
zum Beitrag