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28.07.2026 , 13:37 Uhr
Klares NEIN. Ich Ende 50, meine Partnerin anfang 50. Die "vom Amt" sagten sogar, Alter kann ein Vorteil sein. Kurzform: Alter=Reife Klar sollte ein Pflegekind ein eigens Zimmer haben und nicht auf der "Besucherritze" schlafen müssen. Aber ansonsten wurden an uns keine materiellen Anforderungen gestellt. Menschlich muss es halt passen, da wird schon sehr genau nach der Motivation der Pflegeeltern geforscht. Woran es nach meiner Einschätzung mangelt ist die kompetente Unterstützung der Pflegeeltern. Darin liegt wohl auch der Grund, weshalb ein hoher Anteil der Pflegschaften vorzeitig endet.
zum Beitrag28.07.2026 , 13:20 Uhr
Meine Frau und ich haben uns den Erziehungsurlaub geteilt, danach beide unsere Arbeitszeit reduziert. Ich arbeite überwiegend im home office, kann also flexibel reagieren. Ja, da sind wir privilegiert. Dann ging unser Pflegesohn nach ca. 3 Monaten in den Kindergarten - für uns alle die Rettung. Eltern sind ja nur bedingt Spielkameraden für ihre Kinder - die brauchen doch den Austausch mit gleichaltrigen. Also, letztendlich ermöglicht unsere Gesellschaft schon einiges, aber ohne Engagement der (Pflege-)Eltern klappt es nicht. Das ist heute nicht anders als vor 50 oder 100 Jahren.
zum Beitrag28.07.2026 , 13:12 Uhr
ja, das sind Herausforderungen. Genau daran wäre unsere Pflegschaft vor ungefähr 1 Jahr fast gescheitert. Aber nicht an den "Eigenarten" des Kindes, sondern daran, dass wir als Pflegeeltern keine Möglichkeit hatten, einen Therapieplatz oder auch nur eine Psychaterin für unseren (Pflege-)Sohn zu bekommen. Geholfen hat letztendlich die Vormündin, die ihre Kontakte hat spielen lassen. Ich kann nur allen zukünftigen Pflegeeltern empfehlen, die Vermittlung NICHT über das Jugendamt laufen zu lassen, sondern über einen freien Träger (z.B. Bethel im Norden). Ohne diese Spezialisten hätten wir die letzten 3 Jahre nicht bewältigen können. Von den Jugendämtern ist da leider keine echte Hilfe zu erwarten.
zum Beitrag28.07.2026 , 13:02 Uhr
Hier schreibt ein echter, leibhaftiger Vollblut-Pflegevater. Vor fast drei Jahren haben wir unseren Pflegesohn aufgenommen - trotz all der Bedenken und möglichen Probleme, die wir im Vorfeld gesehen haben. Aus heutiger Sicht hat sich alles ganz anders entwickelt. Unser Sohn - als solchen benennen wir ihn und er möchte auch so bezeichnet werden - hat sich komplett anders entwickelt, als in dem 5-seitigen Vorabbericht vom Jugendamt dargestellt. Und das liegt zum Großteil an dem, was wir als Pflegeeltern "investiert" haben: Zeit, Liebe, Geduld, Beharrlichkeit - Elternhandwerk halt. Ganz normale Tugenden, die letztendlich jeder Mensch aufbringen kann, wenn er denn sein "Ehrenamt" Pflegschaft Ernst nimmt. Ich bin jetzt 59 Jahre alt, meine Partnerin ist 51 und unser Sohn 7 Jahre alt. Ungewöhnlich, ja, und ich werde immer wieder als Opa bezeichnet. Schlimm? - Nö!! Er geht zur Schule, kommt nun in die zweite Klasse und entwickelt sich prächtig. Trotz FASD-Verdacht, schwere PTBS, Beziehungsabbrüchen (wir sind seine fünfte Station). Natürlich ist es anstrengend. Also: nicht jammern sondern kämpfen!. Und das, was Spahn da gemacht hat, ist das Allerletzte. Verlogen durch und durch...
zum Beitrag