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29.01.2026 , 10:56 Uhr
Sie gehen von einer falschen Dichotomie (entweder privatwirtschaftlicher Gewinn oder gar kein Bau). Die Bauvorhaben in der BRD bis 1990 (Abschaffung des Gemeinnützigkeitsgesetzes) hat doch gezeigt, dass der Staat durchaus in vernünftiger Zeit bezahlbaren Wohnraum bereitstellen kann. Alles was danach passiert ist, war eine Folge der Privatisierungen und der Kürzung der Sozialbauförderung. Das war seitens des Staats keine technische Unfähigkeit sondern eine politische Entscheidung. Zudem finde ich problematisch, dass Sie die existierende Eigentumsordnung damit naturalisieren, dass Sie sagen ohne Gewinnanreize ginge es nicht. In Wien bspw. gibt es seit den 1920er Jahren kommunalen Wohnungsbau. Die Ergebnisse sprechen für sich und lassen sich hier in aller Kürze nicht ausführen.
Zudem: Der Bürger in Sachsen oder anderen Bundesländern finanziert hier überhaupt nichts. Falls Sie auf den Länderfinanzausgleich anspielen, der gilt nur für laufende Haushalte. Vermögenskäufe (wie z.B. durch Vergesellschaftung) werden über die Emission von Landesanleihen finanziert. Den initial hohen Investitionskosten stehen zudem Mieteinnahmen gegenüber, sodass Potenzial zur Refinanzierung besteht.
zum Beitrag29.01.2026 , 10:24 Uhr
Ihrer Argumentation möchte ich hier klar widersprechen:
1. Wohnen ist nicht-substituierbar, was der Angebotsseite bereits eine enorme Marktmacht verleiht. Sie setzen jedoch einen funktionierenden Wettbewerbsmarkt voraus, der so überhaupt nicht existiert.
2. Abgesehen von den Kosten des Wegzugs fallen für die Betroffenen zudem soziale Bindungen weg (z.B. Schule, Arbeit, Kinderbetreuung) und/oder erhöhen die Kosten an anderer Stelle, z.B. für Mobilität. Ich sehe hier keine gesunde Dynamik.
3. Wie bereits Beispiele aus London oder Vancouver zeigen, reichen massiver Neubau und Deregulierung des Mietenmarkts allein nicht aus, um überhöhte Mieten zu verhindern. Stichwörter: Spekulative Nachfrage und Finanzialisierung.
4. Das Gleichnis Gentrifizierung/Verfall = Geburt/Tod naturalisiert zudem politische Entscheidungen und eine dysfunktionale Eigentumsordnung im Wohnungsmarkt. Diese können und sollten gesellschaftlich und politisch gestaltet werden.
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