piwik no script img
taz logo

Archiv-Artikel

Australien: Justiz rügt Asylpolitik

CANBERRA ap ■ Die rigide Asylpolitik Australiens ist von einem Gericht eingeschränkt worden: Kinder dürften in den Internierungslagern für Flüchtlinge nicht auf unbestimmte Zeit festgehalten werden, urteilte das Familiengericht in Canberra gestern. Derzeit leben in den Lagern 108 Flüchtlingskinder. Zum Teil warten sie auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag, einige wurden aber bereits abgelehnt und müssen in den Lagern bleiben, weil sie nicht abgeschoben werden können – sie sind also auf unbestimmte Zeit dort eingesperrt. Flüchtlingsanwälte, die australische Menschenrechtskommission und mehrere Oppositionsparteien forderten die sofortige Freilassung der 108 Kinder. Einwanderungsminister Philip Ruddock erklärte aber, die Regierung überlege, in Berufung zu gehen. Ein Nachgeben werde Menschenschmuggler ermutigen, mehr Flüchtlinge ins Land zu bringen, sagte er. In Australien gibt es fünf Internierungslager für illegal eingewanderte Flüchtlinge. Viele der Einwanderer warten seit mehr als drei Jahren auf eine Entscheidung.

taz zahl ich illustration
taz zahl ich

Ihnen liegt die taz am Herzen?

Dann hätten wir eine Bitte: Unterstützen Sie uns mit einem freiwilligen Beitrag! Denn wir sind auf unsere Leser:innen angewiesen, wenn wir taz.de auch weiterhin frei zugänglich halten wollen. Mit nur 5,- Euro sichern Sie unseren Journalismus und die Zukunft der taz – sind Sie dabei?