piwik no script img

Söder auf der Flucht

Bayernfürst rast in weißem BMW durch Texas

Das hätte sich Markus Söder im Leben nicht erträumt, dass er einmal live im amerikanischen Fernsehen zur besten Sendezeit auftauchen würde. Gleich fünf Sender – Fox News, CNN, ABC, CBS und NBC – übertrugen am Mittwochabend die Bilder von der Flucht des bayerischen Ministerpräsidenten, der in einem weißen BMW über die Interstate 10 in Houston, Texas, raste, verfolgt von Streifenwagen des FBI, der State Police, der Texas Rangers, der Abschiebetruppe ICE und örtlicher Polizeibehörden. Über der Szene kreisten mehrere Hubschrauber. Der oberste Bayer hatte zuvor auf einer Dienstreise durch die Südstaaten der USA unter dem Hashtag „#Söderisst das nicht“ die traditionell fleischträchtigen Barbecues als „Schweinefraß“ bezeichnet. Ausgerechnet Markus Söder, der sonst öffentlichkeitswirksam alles in sich hineinfrisst, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Der Verhaftung wegen Beleidigung des amerikanischen Volkes entzog sich Söder durch die Flucht in einem gestohlenen BMW. Bundeskanzler Friedrich Merz versucht derweil, wie es heißt, beim US-Präsidenten Donald Trump eine Amnestie für den Bayernfürsten zu erwirken. Ausgang ungewiss.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen