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taz🐾lageSo lange es eben dauert

Seien wir mal ehrlich: Wer will noch etwas über die Ukraine lesen – angesichts all des Elends in und ständiger Schreckensmeldungen aus aller Welt? Diese Frage stellt sich den Ukrai­ne­r*in­nen nicht wirklich. Schwächeln, sich gehen oder einfach alles laufen lassen – wenngleich nachvollziehbar – sind keine Optionen. Für sie geht es vier Jahre nach dem Beginn von Russlands vollumfänglicher Invasion ums nackte Überleben. Tagtäglich sind vor allem Objekte der Energieversorgung Ziel russischer Angriffe. Den Menschen soll buchstäblich „das Licht ausgeblasen“ werden.

Zugegeben: Viele Jour­na­lis­t*in­nen dürften ebenfalls eine wachsende Ermüdung verspüren – sei es bei ihrer Arbeit in der Ukraine oder heimatlichen Redaktionsstuben. Auch sie stehen „unter Beschuss“. Das Thema Ukraine sei nicht mehr sexy, es werde doch irgendwie immer wieder dasselbe geschrieben, ist von einigen Kol­le­g*in­nen zu hören.

Doch nicht nur das geht an die Substanz. Bestimmte Texte oder Bilder schleichen sich in die Träume ein und rauben den Schlaf. Panik kommt auf, wenn ein/e Kollege/in des weit verzweigten taz-Netzwerks freier Mit­ar­bei­te­r*in­nen in der Ukraine plötzlich nicht mehr erreichbar ist. Um drei Uhr morgens klingelt das Handy – der Mann aus Charkiw ist dran. Er müsse reden, gerade sei der Balkon einer Wohnung seines Nachbarhauses weggebombt worden. Und dann sagt er noch: „Danke, dass ihr uns nicht vergessen habt und ich eine Stimme in der taz habe.“ Wie hieß es seinerzeit so schön: So lange es eben dauert. Das kann derzeit niemand wissen. Und genau deshalb lautet unsere Devise: Wir bleiben dran. Barbara Oertel

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