5 dinge, die wir gelernt haben:
1 Berlin braucht Salz
In Berlin ist Winter, der kälteste seit 16 Jahren. Das allein ist noch keine Nachricht, und sowieso gibt es ja noch andere Städte – warum verlasst ihr nicht mal eure Hauptstadtjournalist*innenbubble und schaut nach Dinkelsbühl, Füssen oder wenigstens Mainz, mögen Sie jetzt fragen. Nun, wir kommen hier gerade nicht weg. Stattdessen schlurfen wir über vereiste Gehsteige zum Schienenersatzverkehr und spielen Gelenkfraktur-Quartett mit Röntgenbildern. Und alles nur, weil in dieser Weltstadt nicht ordentlich gesalzen werden darf. Geschmacklos. Danke, Wegner!
2 Auch Pinguine sind Drinnis
Jedenfalls bei Temperaturen um die 18 Grad. So kalt war es vergangene Woche in New York City, ein heftiger Wintersturm trieb selbst die südafrikanischen Brillenpinguine des Long Island Aquarium ins Innengehege. Anders als ihre arktischen Verwandten sind die vom Aussterben bedrohten Vögel nämlich eher gemäßigtes bis warmes Klima gewöhnt. Auch andere Tiere haben mit den Minusgraden zu kämpfen: In Florida fielen Leguane in Schockstarre von den Bäumen und Seekühe versammelten sich im aufgewärmten Wasser vor einem Kraftwerk. Na dann, fröhliches Planschen!
3 Nachbarschaftlichkeit hilft
Deutlich zu kalt war es am vergangenen Dienstag auch in Kuba. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes wurden dort 0 Grad gemessen. Das Wetterzentrum von Matanzas meldete frostige Felder. Die heftige Kälte trifft den sozialistischen Karibikstaat in einem fragilen Zustand, viele Menschen leiden unter der Wirtschaftskrise, Stromausfällen und US-Sanktionen. Die für den Temperatursturz verantwortlichen Polarluftmassen kamen übrigens auch aus Nordamerika. Gut, dass Mexiko für ein wenig nachbarschaftliche Wärme sorgte, und Hilfslieferungen anbot.
4 Im Südpazifik liegt Schnee
Die französische Marine hat vor Französisch-Polynesien ein Schiff mit 4,25 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Die Fracht sei auf hoher See und außerhalb des Meeresschutzgebiets des Inselstaats zerstört worden. Laut UN hat der Schmuggel von Kokain und Crystal Meth über den Pazifik stark zugenommen. Wir empfehlen fürs kurze High dann doch lieber eine Schlittenfahrt.
5 Es gibt nur ein Eis in Italien
Null Bock auf ICE haben auch viele Mailänder*innen. Nachdem bekannt wurde, die gewaltbereite US-Einwanderungsbehörde wolle zu den Olympischen Winterspielen anreisen, kam es zu Protesten. Auch Italiens Außenminister Antonio Tajani zeigte sich irritiert. Ob sich ICE nun tatsächlich in Italien blicken lässt, blieb bis zum Redaktionsschluss unklar. Klar ist hingegen: Es kann nur ein Eis in Italien geben – und das heißt natürlich Gelato. (lhi)
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