meinungsstark:
Mein „Lifestyle“: Wenigstens 1 Raum in meiner Wohnung heizen können
„Debatte über Teilzeit-Arbeit: Vom Wohlstand bekomme ich nur Brotkrumen. Die CDU-Kampagne gegen ,Lifestyle-Teilzeit‘ soll triggern. Das tut sie auch. Denn wir sollen mehr arbeiten, aber vom Wachstum haben wir wenig“,
taz vom 30. 1. 26
Liebe Regierung, ich bin eine ältere Bürgerin, die nur 4 Tage pro Woche arbeitet, obwohl ich mein Kind schon großgezogen habe. Meine Depressionen und auch eine Krebserkrankung habe ich überstanden. Aber selbst wenn ich sehr, sehr viel arbeiten würde, könnte ich mir kein E-Auto leisten, oder mein halbes, sehr altes Haus, das mir nach der Scheidung geblieben ist, energetisch so auf den neuesten Stand bringen, dass ich die Heizkosten aufbringen kann.
Solange Leute, die nur ihr Geld für sich arbeiten lassen, sich Flugzeuge leisten können und andere trotz Vollzeit „aufstocken“ müssen, bin ich nicht bereit, mehr als absolut nötig zu arbeiten, damit es der Wirtschaft besser geht. Die dann ja auch gerne mal massenhaft Leute entlässt, wenn sie sich eigentlich selber in eine blöde Situation gebracht hat. Mein „Lifestyle“ ist, bis zur Rente durchzuhalten, um wenigstens einen Raum in meiner Wohnung ausreichend zu heizen und möglichst viel Zeit mit meinen Enkeln zu verbringen. Und dafür muss ich mich nicht rechtfertigen. Erst recht nicht vor Leuten, die schon dafür, dass sie morgens aufstehen, mehr Geld bekommen als ich für ein ganzes Jahr Arbeit. Tut mir leid, musste einfach mal raus! Claudia Paulmann
Es war einmal: Friedensbewegung. Menschenketten. Petra Kelly
„Aufrüsten bis zum Weltkrieg?“, taz vom 27. 1. 26
Ich bin 66 und fühle mich von dem Rechtsruck überall auf der Welt, der Menge der (vorwiegend schlechten) Nachrichten, (Falsch-)Informationen, der Kriegsgefahr und nicht zuletzt des Klimawandels oft sehr belastet, weil ich mich immer frage: Es gibt so viel zu tun, wo und wie anfangen, alles ist so komplex … In einer solchen Situation habe ich eine Doku über Petra Kelly gesehen. Sie hat damals das Thema Frieden einfach in den Mittelpunkt gestellt …
Wir hatten mal eine richtig gute Friedensbewegung in Deutschland. Und Menschenketten. Und ich dachte: Ja, genau, ich muss und kann nicht für alles eine Lösung kennen, aber ich möchte mich für etwas aussprechen. Ich vermisse heute einen Zusammenschluss der vielen Gruppierungen unterschiedlicher Priorisierungen mit einem gemeinsamen Nenner … Frieden.
Dann erfuhr ich, dass in den USA seit Dezember 2025 eine Gruppe von buddhistischen Mönchen von Texas nach Washington läuft, einen Walk of Peace macht, eine kleine Friedensbewegung. Ja, sie haben keine Frauen dabei … das nervt mich auch, aber es verdient trotzdem Aufmerksamkeit, finde ich, weil es vielleicht auch noch andere Menschen auf die Idee bringen könnte, ihrer Sehnsucht nach Frieden Ausdruck zu verleihen. Martha Brenner, Aschaffenburg
Wie teuer wird der Winter?
„Versorgung mit Erdgas: Gasspeicher sind für die Winterzeit ungewöhnlich leer. Die Gaskraftwerke laufen aufgrund großer Stromnachfrage und wenig Erneuerbaren auf Hochtouren. Gleichzeitig gerät LNG aus den USA in die Kritik“, taz vom 19. 1. 26
Das Wirtschaftsministerium übersieht offenbar, dass Speicher gebaut werden, um die Preisunterschiede zwischen Sommergaspreis und dem höheren Winterpreis zu nutzen und damit den mittleren Bezugspreis für die Verbraucher zu optimieren.
Natürlich ist die Verfügbarkeit, speziell in der Heizperiode, auch ein wichtiger Grund.
Man sollte also fragen, zu welchem Preis jetzt LNG geordert wird, im Vergleich zum Sommer. Für die Regierung ist es leicht, diese Mehrkosten auf den Verbraucher abzuwälzen. Wenn es nicht publik wird. Peter Brohmann, Hude
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