: Teufelsdroge Snus
Dräut uns jetzt die Schwedisierung?
„Suchtexperte warnt vor Trendprodukt Snus“, schlugen die Missionare von epd nun aus den Hexenküchen tief in den Wäldern Skandinaviens Alarm. Eben dort werden die tabakhaltigen Beutelchen seit Äonen von arbeitslosen Walküren und minder zauberkundigen Völvas hergestellt, um dann von nikotinaffinen Schweden „unter die Oberlippe auf das Zahnfleisch gelegt“ zu werden. Doch jetzt halten die Zaubersäckchen auch in unserer zivilisierten Welt mit ihren Kirchen, evangelischen Mediendiensten und Landesstellen für Suchtfragen Einzug. Als „potenziell gesundheitsschädlich für Mund, Zähne und die Gehirnentwicklung“, schätzen deren niedersächsische Vertreter den heidnischen Oraltabak aus Niflheim ein. Doch nicht nur die Gehirnentwicklung von Christenmenschen erleidet Dachschaden. Im Gegensatz zum unbekömmlichen Schwedentrunk, altnordischen Eddas, Stinkehering Surströmming und Schwedenkrimis gilt Snus als leicht konsumierbare Einstiegsdroge in die Skandinavistik. Zunächst äußert sich die Nordabhängigkeit bloß mit einem niedlichen Skandi-Lispeln, doch schon wenige Beutel später buchstabieren die Betroffenen die teuflischen Schwedenskalden „Abba“ rückwärts, nennen sich „Karlsson vom Dach“ und springen im Flugwahn von ebendiesem.
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