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Durchwachsene Silvesterbilanz

Weniger Einsatzkräfte verletzt. Mehr Schreckschusspistolen festgestellt

In der Silvesternacht sind in Berlin 24 Polizisten und 3 Feuerwehrleute durch Angriffe und Böller verletzt worden. Im Vorjahr wurden 45 Polizisten verletzt. Das Polizeirecht und einzelne Verbotszonen für Feuerwerk reichten für eine friedliche Silvesternacht nicht aus, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Ein Feuerwehrauto sei „massiv“ mit Raketen beschossen worden. Randalierer hätten versucht, die Fahrerkabine zu öffnen und mit Schreckschusspistolen hineinzuschießen.

Das verbotene Schießen mit Schreckschusspistolen habe „fast inflationär“ zugenommen, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik. 125 Fälle seien in der Nacht als Verstoß gegen das Waffenrecht erfasst worden. Slowik kündigte für das nächste Silvester eine Präventionskampagne zu Schreckschusspistolen an. Das Mitführen dieser Waffen ohne Kleinen Waffenschein sei eine Straftat, das Schießen sei eine Ordnungswidrigkeit. Auf der Fuggerstraße in Schöneberg explodierte vermutlich eine sogenannte Kugelbombe. Laut Slowik wurden zwei Menschen verletzt und die Fenster von 14 Wohnungen zerstört. Die Ermittlungen bezüglich der verwendeten Pyrotechnik dauerten an.

Die beiden neuen Böllerverbotszonen auf dem Alexanderplatz und in Schöneberg-Nord bezeichneten Geisel und Slowik als Erfolg. Die Anwohner hätten durchweg positiv reagiert. Das Konzept sei aber nur deshalb aufgegangen, weil es ausreichend mit Kräften unterlegt gewesen sei. 2.900 Polizisten waren laut Slowik in der Nacht in Berlin im Einsatz. Auch ein Wasserwerfer wurde in Schöneberg in der Hinterhand bereitgehalten.

Geisel deutete an, dass diese Verbotszonen auch in der nächsten Silvesternacht wieder wahrscheinlich seien. Eine Diskussion über weitere Verbotszonen – etwa auf dem Hermannplatz in Neukölln – sei aber „verfrüht“.

Die Feuerwehr war mit 1.500 Leuten im Einsatz. Die Zahl der Brände steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent. (dpa, taz)

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