Kommentar von Gernot Knödler über den Klimaschutz bei der HHLA

Ein Rädchen muss ins andere greifen

Dass sich der Hafenbetreiber HHLA verstärkt um den Klimaschutz bemühen will, ist ein gutes Zeichen, zeigt aber auch, wie vernetzt dieses Politikfeld ist. Fortschritte wird es nur geben, wenn an vielen Ecken und Enden zugleich gearbeitet wird.

Klar: Die HHLA gehört zu zwei Dritteln einer Stadt, in der der Klimaschutz eines der großen Wahlkampfthemen ist und die sich schon vor Jahren CO2-Reduktionsziele gesetzt hat. Es wäre ja noch schöner, wenn solch ein Unternehmen nichts in diesem Sinne unternähme.

Die HHLA bleibt mit ihrem Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden, zwar hinter dem jüngst formulierten Ziel der Grünen für die Stadt zurück, aber der SPD ist sie voraus. Allerdings ist die HHLA als Organisation wesentlich überschaubarer als die Stadt. Sie hat weniger Stellschrauben und weniger Wechselwirkungen zu bedenken. Deshalb könnte sie sich strengere Ziele setzen als die Stadt.

Was die HHLA vorhat, schwankt zwischen Science-Fiction und etwas, was man fast schon Tagesgeschäft nennen kann. Mit dem Containertransport durch Drohnen oder im Hyperloop verfolgt sie zum einen Visionen, während sie sich mit einer einfachen Idee wie der Port-Feeder-Barge schwer tut. Zum anderen elektrifiziert sie pragmatisch ihren Fuhrpark und strafft ihre Arbeitsabläufe. Dazwischen drängt sich noch ein geplanter Versuch mit wasserstoffbetriebenen Lastwagen. Was danach kommt, kauft sie ein: Ökostrom und Zertifikate, die ihren restlichen CO2-Ausstoß ausgleichen.

Das kann nur funktionieren, wenn es ein ausreichendes Angebot an Ökostrom gibt und sich die HHLA nicht etwa mit der Bahn um den grünen Saft prügeln muss. Das setzt wiederum voraus, dass Politik und Bürger in Bund und Ländern nicht den Zuwachs an erneuerbaren Energien blockieren.

Es droht eine paradoxe Situation: Die Unternehmen sind bereit, etwas für den Klimaschutz zu tun. Es finden sich Abnehmer für Produkte wie klimaneutralen Transport und dann bleibt die Gesellschaft anderswo – sprich: etwa beim Ausbau der Windenergie – auf halbem Wege stehen.