heute vor 30 jahren: das kalenderblatt zur friedlichen revolution 1989:
Erstmals seit Beginn der Herbstferien ist die Zahl der über Ungarn in die BRD kommenden DDR-BürgerInnen wieder gesunken. In den letzten 24 Stunden habe der Bundesgrenzschutz 1.069 Personen, 850 weniger als tags zuvor, meldet die taz und fragt, ob es einen „Krenz-Effekt bei DDR-Ausreißern?“ gebe. Egon Krenz hatte vier Tage zuvor Erich Honecker als Staatsratsvorsitzender der DDR abgelöst. Dem wird in einem Kommentar von Mathias Geis zwar ein „fulminanter Auftakt“ bescheinigt, auch weil er das Gespräch sucht mit Arbeitern, einem Bischof und den neu gegründeten Sozialdemokraten. Das Neue Deutschland, heißt es an anderer Stelle, schreibe von „Dialog im ganzen Land“. Selbst über Reiseerleichterungen wird debattiert.
Dennoch werde Krenz mit seinen moderaten Konzessionen scheitern, so Geis, denn der Legitimationsverlust der SED sei bereits zu groß.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen