Stephanie Grimm
hört auf den Sound der Stadt

Magma heißt die französische Band, die bereits in der 1970er Jahren internationale Strahlkraft entwickelte und neben japanischen auch angloamerikanische Szenen beeinflusste – auch wenn das von ihnen begründete Genre Zeuhl zumindest unter jüngeren Menschen nur wenigen ein Begriff sein dürfte. Entliehen ist das Wort der Kunstspache Kobaïanisch, in der auch die Texte der Progrock-Combo gehalten sind. Ihr rhythmusgetriebener Heavy-Sound mit Chorgesängen erwies sich dennoch als prägend. Ein halbes Jahrhundert gibt es sie nun – mit Unterbrechungen. Im Rahmen einer Jubiläumstour treten Magma am Donnerstag im Kesselhaus der Kulturbrauerei auf (20 Uhr, Knaackstr. / Sredzki­str., 38 €).

Ebenfalls hypnotisierend: das Newcomer-Trio Moon Gear, bei dem neben der aus Tel Aviv stammenden Neta Polturak mit Eleni Poulou geballte Postpunk-Erfahrung auf der Bühne steht (unter anderem spielte Poulou Bass bei The Fall). Am Freitag spielen sie mit Eilon Elikam minimalen und zugleich dreampoppigen Wave-Pop in der Kantine Berghain (21 Uhr, Am Wriezener Bahnhof, 11 Euro). Auf ihrem Debüt besingen sie unter anderem mit der Krähe eine unterschätzte Großstadt-Kreatur und pflegen auch sonst einen eigenen, oft tieraffinen Blick. Der Support kommt von Half Girl aus Berlin, bei denen neben Anna Leena Lutz, Vera Kropf und Julie Mies auch Jens Friebe mitmischt.

Anfang der Woche macht der stets auf die brutalstmögliche Punchline gebürstete Vokuhila-Rapper Finch Asozial aus dem brandenburgischen Fürstenberg irritierenderweise allein deshalb Schlagzeilen, weil er einem Nazi einen Einlauf verpasste und des Saals verwies. Der hatte einen Hitlergruß Richtung Bühne gerichtet. Sollte ja selbstverständlich sein. „Seine größtenteils satirisch anmutenden Texte sind oftmals in vulgärer Sprache verfasst und (…) geprägt einer durchweg positiven Einstellung gegenüber dem modernen Ostdeutschland und exzessivem Alkoholkonsum“ – so erklärt Wikipedia den Appeal des Assi-Finken. Zu erleben am Samstag und Montag im Astra (19 Uhr, Revaler Str. 99, Restkarten 24 €).

13 Jahre ist es her, dass die Herren Erobique & Palminger im Rahmen des Mitmach-Projekts „Songs for Joy“ zum ersten Mal mit der Schauspielerin Yvon Jansen zusammenarbeiteten. Der damals entstandene Track „Wann strahlst du?“ entwicklete sich zum Überraschungshit. Jetzt ist das gemeinsame Album „Yvon im Kreis der Liebe“ erschienen, bei dem Chanson auf Memphis-Soul und die Luftigkeit der Westküste trifft, am Sonntag im Festsaal Kreuzberg (20 Uhr, Am Flutgraben 2, 22 €)