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Support your local Handwerk!

Wir starten mit guten Nachrichten in die vierte Woche tazost: Erstens scheint sich die dauerhafte Präsenz von taz-Reporter*innen in Dresden herumgesprochen zu haben. So kommt’s, dass die Tage gleich zwei Journalisten anderer Medien zu Besuch in unsere WG kommen. Paul Hildebrandt, freier Journalist, der sich seit Anfang Juli für sein gleichnamiges Blog auf „Ostwalz“ befindet. Und Jesper Thobo-Carlsen, Europakorrespondent des dänischen Traditionsblattes Politiken. Er wird am Donnerstag bei uns zu Gast sein, Thema: die Stimmung in Sachsen vor der Wahl.

Und die war an diesem Wochenende – in Dresden – ziemlich ausgelassen, was wohl eher an den Roland-Kaiser-Open-Air-Konzerten am Dresdner Königsufer lag als dem drohenden AfD-Sieg. 48.000 Zuschauer*innen feierten den Schlagerstar. Die Kolleg*innen der Dresdner Neuen Nachrichten sprechen gar von einem „Wirtschaftsfaktor“. Wobei sich Kaiser, und da kommen wir zurück zur Politik, öffentlich gegen Pegida – und für Weltoffenheit und Toleranz ausgesprochen hat.

Dazu passend in der heutigen taz: das Porträt einer Anti-Pegida-Dauerdemonstrantin von Juliane Fiegler (Seite 6). Wie die Mitte der Gesellschaft – und zu der muss man schließlich auch Schlagerfans rechnen – zu Hassbotschaften und rechtsextremen Positionen steht, beschäftigt die tazost auch heute Abend. Dann sind taz-Redakteurin Sabine am Orde und ich zu Gast bei „coloRadio“, einem freien Radiosender in Dresden, mit dem die taz einmal die Woche eine Sendung aufnimmt. In Folge Nummer drei des „Ostcast“ soll es nun um extremistische Positionen gehen – und um die Bildungsthemen im Wahlkampf. Die beiden Themen sind sich näher, als es auf den ersten Blick scheint. Man muss sich nur ausmalen, dass eine regierende AfD wohl sofort sämtliche Schulprojekte gegen Rechtsextremismus einfrieren würde.

Die Wahlen in Sachsen und Brandenburg verfolgt die taz bis zum 3. September mit einer Redaktion in Dresden. Alle Texte: taz.de/tazost

Aber es soll nicht dauernd um die AfD gehen! Kehren wir zum Handwerk zurück. Das leidet unter der Landflucht der jungen Leute, schreibt Barbara Dribbusch in der Reportage (Seite 4–5). Und das bei eigentlich guter Auftragslage. Kleinbetrieben im Osten geht es also wie den Lokalredaktionen im ganzen Land. In diesem Sinne: Support your local Handwerk! Ralf Pauli