tazđŸŸsachen

Unter die Leute gemischt

Die ersten zwei Wochen in der Sachsen-WG neigen sich dem Ende entgegen, ab Montag bespielt eine neue Besetzung die taz Ost. Was können wir unseren Nachfolgern mit auf den Weg geben?

Mittlerweile hat sich in Dresden herumgesprochen, dass wir da sind. Manche Aktivisten erzÀhlen uns, dass wir schon vor ein paar Tagen mit ihren Mitbewohnern gesprochen hÀtten, die wiederum in anderen ZusammenhÀngen aktiv sind, weshalb sie uns begegnet waren. StaatsanwÀlte und Polizeipressesprecher haben sich an unsere Anrufe gewöhnt.

Manchmal werden wir gefragt, warum wir hier sind und was wir hier wollen. Wir erklĂ€ren dann, dass von den sĂ€chsischen Wahlen eine Strahlkraft fĂŒr die gesamte Bundespolitik ausgehen kann. Es ist möglich, dass die AfD das erste Mal die stĂ€rkste Kraft in einem Land wird und auch denkbar, dass sie an einer Regierung beteiligt wird. Deshalb sind wir hier. Diese Woche war der MDR bei uns zu Besuch, um zu gucken, woran wir arbeiten. Auch andersherum treffen wir uns hier mit lokalen Medien, etwa mit den bewegungsnahen „Alternative Dresden News“, die sich „solidarischer Berichterstattung“ verschrieben haben. Die taz und der Osten, das scheint zu funktionieren.

Nicht nur die sĂ€chsischen Wahlen interessieren uns, sondern auch die in Brandenburg und ThĂŒringen. Parlamentskorrespondentin Anja Maier hat den CDU-Spitzenkandidaten Ingo Senftleben in Brandenburg in seinem Wahlkampf begleitet (Seite 4/5). In der WG in Dresden hat das fĂŒr einen Ohrwurm gesorgt. „Wer wird fĂŒrs Land alles geben? Ingo Senftleben. Mit wem kann man auch mal einen heben? Ingo Senftleben!“, heißt es in seinem Wahlkampfsong, der sonst durch viele rhythmische „Ingos“ auffĂ€llt. Taz-Korrespondent Michael Bartsch mischt sich heute fĂŒr uns „Unter Leute“ und portrĂ€tiert den Historiker Justus Ulbricht (Seite 6).

Die Wahlen in Sachsen und Brandenburg verfolgt die taz bis zum 3. September mit einer Redaktion in Dresden. Alle Texte: taz.de/tazost

Ulbricht ist immer dabei, wenn es um die Bewahrung der regionalen Geschichte geht, sitzt auf Podien zur FlĂŒchtlingspolitik und ist politisch engagiert. Bestimmt kann man mit dem auch mal einen heben. Das ist vielleicht die wichtigste Empfehlung fĂŒr alle, die Sachsen verstehen wollen: Nutzt die Abende und sprecht mit all jenen, die hier seit Jahren aktiv sind. Alexander Nabert