Thomas Mauch
hört auf den Sound der Stadt

Respekt. Da kommt in diesen Tagen ein ganzer Haufen an älteren Männern und auch ein paar Frauen in die Stadt, die sich alle in das große Buch der Popgeschichte eingeschrieben haben, bitte sehr … Am Mittwoch singt Van Morrison in der Arena am Ostbahnhof, am Dienstag heißt es mit ZZ Top in der Zitadelle: ewig rauschen die Bärte, im Admirals­palast zeigt Kris Kristofferson am Montag, dass da eine Menge mehr war als nur „Me and Bobby McGee(Freedom’s just another word for nothin’ left to lose …), am Freitag und Samstag gibt Udo Lindenberg wieder in dieser Halle am Ostbahnhof den, nun ja, Udo, am Freitag legt Phil Collins Zeugnis ab von seinem Nochnichttotsein, er gastiert im Rahmen der „Still Not Dead Yet“-Tour im Olympiastadion, und heute am Donnerstag mischt endlich auch das eingangs versprochene Paar Frauen mit, bei Fleetwood Mac, die in der Waldbühne spielen.

Aber Fleetwood Mac sangen auch „go your own way“.

Und dieser Weg sollte einen am Donnerstag doch zu dem Konzert von Elliott Sharp (Gitarre) und Ned Rothenberg (Klarinette) führen, zumindest, wenn man schon mal die eine oder andere Wegstrecke der New Yorker Downtown-Szene mitgelaufen ist und so mit einigem Recht vermuten darf, dass auch dieses improvisatorische Aufeinandertreffen mit einigem Wagemut und strategischem Überblick gleichermaßen angegangen werden wird. Wahrscheinlich wird man da sogar eine plausible Einführung in die musikalische Chaostheorie erhalten im Exploratorium, wo Sharp und Rothenberg dazu noch ihre neuen Bücher vorstellen (Mehringdamm 55, 20 Uhr, 10 €).

Eine Hürde zu diesem Konzert gibt es allerdings, und die heißt Mdou Moctar, der halt auch am Donnerstag spielt, im Grünen Salon, wo der Tuareg-Gitarrist sein neues Album „Ilana: The Creator“ vorstellt, das bei Bandcamp unter anderem mit „classic rock“ getaggt ist. Was durchaus die Sache trifft, weil man hier eine Musik zu hören bekommt, die gern mit dem Besten von sagen wir mal der Allman Bro­thers Band verglichen werden darf. Nur halt mit mehr an Sahara-Stimmungen (Rosa-Luxemburg-Platz, 22 Uhr, 20 €). Sharp spielt übrigens noch einmal am Samstag – ohne Rothenberg, aber mit seinem Trio mit Magda Mayas und Hilary Jeffery – im KM28 (Karl-Marx-Str. 28, 20.30 Uhr).

Am Mittwoch im Monarch: Sundays & Cybele aus Tokio, die eine sanfte Milde-Sorte-Psychedelic machen mit reichlich Folkstimmungen und hübschen Pink-Floyd-Erinnerungen. Schon deswegen charmanter als der Rest, weil Japanisch gesungen wird (Skalitzer Str. 134, 21 Uhr, 9 €).