Demos für Europa

Deutschland im Europa-Fieber

Am 26. Mai wählt die Europäische Union. Um ein Zeichen gegen rechts in den EU-Staaten zu setzen, gingen Tausende Menschen auf die Straße

EU-Freund*innen in Köln: Demo für ein solidarisches Europa Foto: Thilo Schmuelgen/reuters

Rund eine Woche vor der Europawahl zeigt die Republik Gesicht gegen Nationalismus und rassistische Strömungen in den EU-Staaten. Tausende Menschen gingen am Sonntag in München, Hamburg, Köln, Leipzig, Freiburg, Stuttgart und Berlin auf die Straße. Das Motto der Aktion: „Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus“.

Hinter den Protesten steht ein breites Bündnis von rund 250 Organisationen. Dazu gehören der Verband Parität, Attac, Pro Asyl, die Naturfreunde Deutschlands, Oxfam, der DGB, die Diakonie und Greenpeace. Auch die Linkspartei und die Piratenpartei unterstützten den Aktionstag.

Die Demonstrationen sollen ein Weckruf sein für die Europawahl am 26. Mai. Sie sei eine „Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union“, hieß es seitens der Organisatoren. Auch Außenminister Heiko Maas rief zur Teilnahme auf. „Macht mit, seid laut! Wir sind die Mehrheit, nicht die Ewiggestrigen und Nationalisten“, schrieb der SPD-Politiker auf Twitter. Zahlreiche politische Vertreter*innen engagierten sich bei den Aktionen. In Berlin waren Grünen-Chefin Annalena Baerbock und die Grünen-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Ska Keller, dabei. SPD-Chefin Andrea Nahles und die SPD-Spitzenkandidat*innen für die Europawahl, Katarina Barley und Udo Bullmann, liefen in Köln mit.

„Macht mit, seid laut! Wir sind die Mehrheit“

Außenminister Heiko Maas

Rund 150.000 Menschen beteiligten sich in ganz Deutschland an dem Aktionstag. Nach Angaben der Veranstalter waren europaweit Demonstrationen in insgesamt rund 50 Städten geplant. Dazu zählten Bukarest, Malmö, Wien und Utrecht. Auf vielen Bannern wurde auf die aktuelle Lage in Österreich hingewiesen. Am Wochenende musste FPÖ-Frontmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache von seinen Posten zurücktreten. Hintergrund ist ein Video von einem Treffen mit einer angeblichen russischen Oligarchin. Darin verhandelt der Rechtspopulist Deals zu Regierungsaufträgen und für mehr Einfluss auf die Medien. Bundeskanzler Sebastian Kurz rief Neuwahlen aus. Tanja Tricarico