Das kommt auch

Maritime Konferenz ohne Meer

„Deutschland maritim – global, smart, green“ lautet das Motto der Konferenz

Der Norden geht in den Süden. Da findet am Mittwoch und Donnerstag zum elften Mal die Nationale Maritime Konferenz (NMK) statt, zum ersten Mal nicht in einem der fünf norddeutschen Küstenländer. Dieses Mal treffen sich alle, die in Bund, Ländern, Wirtschaft und Verbänden Rang und Namen haben, in Friedrichshafen am Bodensee – angeführt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

„Annähernd jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt von Exporten in die ganze Welt ab, das gilt gerade auch für Baden-Württemberg und die Vierländerregion Bodensee“, betont etwa der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe in Hamburg. „Friedrichshafen zeigt, welche Rolle die maritime Wirtschaft für ganz Deutschland und für Europa spielt.“

Jahrelang schon haben Verantwortliche in den Häfen und Reeder bei jeder Gelegenheit darauf hingewiesen, dass Hafenpolitik eine nationale Angelegenheit sei. Autos aus Baden-Württemberg oder Windanlagen aus NRW in alle Welt zu schippern, dürfe nicht als Problem norddeutscher Stadtstaaten betrachtet werden, vor allem nicht die Finanzierung der Baggerpläne für Elbe und Weser. Darum geht die maritime Wirtschaft zu den Produzenten im Süden, um alles möglichst klüger und nachhaltiger zu machen. „Deutschland maritim – global, smart, green“ lautet das Motto der Tagung, auf der über Schifffahrt, Meerestechnik, Offshore-Windenergie, Schiffbau und Häfen debattiert werden soll.

„Die maritime Wirtschaft ist eine Hightech-Branche, die mit rund 400.000 Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von über 50 Milliarden Euro zu den wichtigsten und innovativsten Wirtschaftszweigen des Landes zählt“, sagt Friederike Kühn, Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer Nord, dem Zusammenschluss von zwölf norddeutschen Industrie- und Handelskammern.

Die NMK wurde im Jahr 2000 von der rot-grünen Bundesregierung ins Leben gerufen. Sie soll Maßnahmen zur Sicherung und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft entwickeln und so den Standort Deutschland stärken. Federführend ist das Bundeswirtschaftsministerium, wo ein Koordinator für die maritime Wirtschaft im Rang eines Staatssekretärs ansässig ist. Die erste Konferenz fand in Emden statt; seitdem tourt sie in zweijährigem Rhythmus durch die fünf norddeutschen Küstenländer. Und jetzt auch ans Schwabenmeer.

Sven-Michael Veit