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Tage des Hoffens

War das Grab des Erlösers nun leer? Gab es in Judäa eigentlich Hasen? Zumindest, was die Lesarten angeht, ist Ostern weiß Gott weniger eindeutig, als sie’s bei Kirchens gerne darstellen. Für die einen das Hoffnungsfest schlechthin, für andere eher ein notwendiger Einschnitt ins Geschäftige – und dann gibt es immer noch diese Querulant*innen, die darauf hinweisen, dass da ein kein bisschen christliches Fruchtbarkeitsfest, tja, eingemeindet wurde, den Trieben huldigend, mit denen wiederum das Christentum so seine Schwierigkeiten hat.

Wie es um die theologische Ausrichtung von Hamburgs sogenannter Sparkasse steht? Zur österlichen Unterbrechung des Üblichen immerhin passt, dass das Geldinstitut mit der blutroten Corporate Identity dieser Tage größere EDV-Umbauten vornimmt, weshalb das Geldabheben, Online-Banking oder auch die Kartenzahlung seit Gründonnerstag nicht funzen. Beziehungsweise „nur eingeschränkt“.

Dafür nun alles zum Halten zu bringen, das kann man in Zeiten des 24-7-Dienstleistungskapitalismus merkwürdig finden (oder schlimmer), die Haspa unterstreicht derweil, dass sie doch bannig viel Geld in die Hand nehme (einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag), welche atemberaubende Zahl von Datensätzen von hier- nach dorthin umziehen (mehr als 500 Millionen) – und wie viele „IT-Spezialisten“ (so ndr.de) dafür den Feiertag missachten müssen: um die 100.

Ob das anders zu erledigen gewesen wäre, was genau dadurch eigentlich besser wird (und für wen), ob die erwähnten Kosten am Ende nicht sowieso die Kund*innen schultern müssen, ja: ob all das Umgeziehe auch einfach nur kommende Personaleinsparungen vorbereitet – unklar, lässt man sich nicht ablenken von all den bunten Sprechblasen-Eiern. Und ist am Ende etwas dran an den Rauchereckengerüchten, die Einschränkungen beträfen gar nicht alle Kund*innen? Gerüchte halt.

Was bleibt: Ab Dienstag soll alles wieder laufen. Es sind eben Tage des Hoffens.

Alexander Diehl