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Weiter Ärger an der HU

Studentische Beschäftigte wehren sich mit einem offenen Brief gegen Schritte der Uni im Tarifstreit

Von Daniél Kretschmar

Gerade erst ist ein Tarifkonflikt an den Berliner Hochschulen beigelegt. Dieser Tage wurde die endgültige Fassung des über Jahre erkämpften neuen studentischen Tarifvertrages unterschrieben, und schon steht neuer Ärger ins Haus. Mehrere hundert Beschäftigte der Humboldt-Universität sind nach Ansicht des Personalrats falsch eingruppiert. Studierende, die nichtwissenschaftliche Tätigkeiten ausüben, müssten ganz normal nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) eingestellt sein.

Gestützt wird diese Sichtweise durch ein Urteil des Landesarbeitsgerichtes vom Juni, nach dem die HU eine Programmiererin entfristen und nach TV-L einstellen musste. In der Urteilsbegründung hält das Gericht noch weitaus mehr Fälle als der Personalrat für zweifelhaft beschäftigt. Hatte die Uni alle Hinweise auf das Problem bislang ignoriert, reagierte sie kurz vor Semesterbeginn mit einer Blockade sämtlicher Stellenbesetzungen in den fraglichen Bereichen. Das betrifft nicht zuletzt Bibliotheken, Rechenzentrum und allgemeine Verwaltungs- und Beratungsstellen.

Aus Protest gegen diesen radikalen Schritt haben studentische Beschäftigte nun einen offenen Brief verfasst, in dem sie die Bedeutung ihrer Arbeit für den Universitätsbetrieb hervorheben und die Unileitung auffordern, die Weiterbeschäftigung zu garantieren. Nachfragen bei der HU, wie die mit den studentischen Stellen wegfallenden Tätigkeitsbereiche ersetzt werden, bleiben seit mehreren Wochen unbeantwortet. Stattdessen teilte die Universitätsbibliothek inzwischen mit, dass in einer Vielzahl von Zweigbibliotheken die Öffnungszeiten zum Teil drastisch verkürzt würden. So fällt etwa die Sonntagsöffnung des Grimm-Zentrums weg. Der Personalrat ruft deshalb für Donnerstagabend zur Vollversammlung und bietet Beratungen für klagewillige Studierende an.

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