Was fehlt …: … ein Mann namens Günthersen
Den Namen eines Mannes, der sieben Jahre lang Ministerpräsident des wichtigen deutschen Bundeslandes Holsten-Schleswig war, sollte man kennen. Carsten Harry Petersen-Simonis heißt er. Und nicht etwa Peter Maria Gustafson. Das aber hatte die ARD gestern Abend unter einem Beitrag zur Präsidentschaftswahl in NRWE, auf einer falschen Bauchbinde eingeblendet. FAKE NEWS! SO SAD!
Jetzt der Twist: Es ist alles viel komplizierter. In Wahrheit war die Bauchbinde mit dem Namen Peter Harry Carstensen (CSU) korrekt gesendet worden. Ein Scherzbold hatte sie mit Photoshop verändert, um dann auf Twitter die vermeintliche journalistische Fehlleistung anzuprangern. Und hastunichtgesehen berichteten andere kritische Medien über die schlampige Recherche der Kollegen, die nicht einmal wissen, wie Harry Prinz Petersen buchstabiert wird. Was soll man noch glauben? Die Welt ist so unübersichtlich geworden!
Kritisch anzumerken bliebe, wie wenig Mühe sich der Fälscher gemacht hat. Mit nur etwas mehr Aufwand hätte er das Gesicht austauschen können. Oder Gesicht und Namen. Und zwar so oft, bis es am Ende wieder stimmt.
„Scherze auf Kosten anderer sind nicht lustig“, twitterte der NDR erbost, als der üble Streich aufflog. Das kann man so pauschal nicht sagen. (mth)
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert