piwik no script img

Bauwagen im Wald geduldet

Baurecht Die Regierung will einen runden Tisch zu Waldkindergärten, damit die wieder Schutzräume nutzen dürfen. Es gebe Ermessensspielräume. CDU kritisiert den Vorschlag als zu wenig tatkräftig

Die schleswig-holsteinische Landesregierung will die baurechtliche Zulassung von Wald- und Naturkindergärten erleichtern. Dies kündigte Innenminister Stefan Studt (SPD) an. Seit Bauwagen als bauliche Anlagen eingestuft werden, ist es in der Praxis schwieriger geworden, die Genehmigung für das Aufstellen von Bauwagen oder Hütten in Wald-Kitas zu bekommen. Von diesen gibt es derzeit 196 im Land. Die Regierung wolle erreichen, dass die Anlagen „möglichst niederschwellig“ zugelassen werden, sagte Studt. „Es gibt hinreichend Ermessensspielräume in den Vorschriften.“

Um die praktischen Probleme zu lösen, hat die Regierung zu einem runden Tisch eingeladen. Nach dessen Beratungen sollen die Ergebnisse in einen Leitfaden für Natur-Kitas eingearbeitet werden. Unter Hinweis auf abgebrannte Bauwagen in mehreren Wald-Kitas betonte Studt die Notwendigkeit, die Sicherheit zu gewährleisten. „Diese Beispiele veranschaulichen, wie notwendig bauordnungsrechtliche Vorschriften sind.“

Daniel Günther, der Fraktionschef der CDU, kritisierte das heftig: „Sie können nicht einmal rechtssicher einen Bauwagen im Wald aufstellen“, sagte er. „Um solche Probleme zu lösen, hat eine Regierung einen Ministerpräsidenten; dafür braucht man keinen runden Tisch.“

Unter Peter Harry Carstensen (CDU) wären das einzig Runde die zuständigen Minister gewesen, sagte Günther – der damalige Regierungschef hätte sie also rund gemacht. Landesrecht à la Carstensen helfe nicht, befand dazu Innenminister Studt.

Alle anderen Parteien stimmten gegen den Antrag der CDU auf Änderung landesrechtlicher Vorschriften. „Was nach „Entbürokratisierung“ klinge, bedeute eine potenzielle Gefährdung für Kinder und Erzieher, sagte Studt. „Grundsätzlich verfolgen wir das Ziel, in einem bauaufsichtlichen Verfahren die Schutzinteressen der Kinder zu wahren, indem wir das Anliegen der Waldpädagogik unterstützen.“ (dpa)

Mit reinem Gewissen wissen

Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen