Stalking auch nicht mehr das, was es mal war: Der verhasste Rosenkavalier
dpa/taz | Gerne hätten wir heute den gestrigen Valentinstag ignoriert, weil er, wie wir bereits am Samstag schrieben, „so überflüssig ist wie Tripper, Syphilis und Chlamydien zusammen“. Hatten wir es aber schon am Freitag dank einer Flut von Pressemitteilungen nicht geschafft, ihn zu verdrängen, so zwängte er sich gestern machtvoll mit folgender Tickerzeile wieder ins Kontor: „Unerwünschter Valentinsgruß – Auto mit Rosen gefüllt“, lasen wir und wollten dann doch wissen, was da los war. Nun, in Brandenburg hatte der 36-jährige Exliebhaber einer Frau deren Autofrontscheibe mit einem „Happy Valentinstag“-Plakat verklebt und das gesamte Innere der Karre mit Rosen zugemüllt. Die Frau konnte in der Nacht zu Sonntag ob des floralen Arrangements im Fond nicht wegfahren und rief die Polizei. Die ermittelt jetzt wegen Stalking im ganz besonders schwerem Fall: Fleurop-Stalking.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen