Gaza-Krise: Ägypten öffnet die Grenze nicht

Entgegen Agenturmeldungen ändert sich an der Grenzen von Ägypten zu Gaza nichts Wesentliches. Ein entsprechender Bericht an dieser Stelle beruhte auf einer Falschmeldung.

Bald muss er nicht mehr Kriechen: Geheimer Tunnel von Gaza nach Ägypten. Bild: dpa

BERLIN taz | "Ägypten will die Grenze zum Gazastreifen ohne Zeitbegrenzung offen lassen, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Damit würde die israelische Blockade des palästinensischen Territoriums erheblich gelockert; die Bewohner würden eine wichtige Verbindung ins Ausland erhalten." Dies meldete die Agentur APN am heutigen Montag – und die taz berichtete an dieser Stelle.

Nach Auskunft unseres Korrespondenten ist diese Aussage leider nicht ganz korrekt. Die Regierung in Ägypten hat die Öffnung bereits vor ein paar Tagen angekündigt. In Wirklichkeit hat sich aber am Übergang in Rafah wenig geändert. Ein paar hundert Menschen reisen dort täglich in den Gazastreifen ein und aus.

Denn die entscheidende Einschränkung gilt nach wie vor: Eine Erlaubnis haben nur diejenigen, die ein Visum für ein Drittland in ihrem Pass vorweisen können, und jene, die bei den Grenzern auf der Liste für eine medizinische Versorgung außerhalb Gazas stehen.

Der Unterschied ist allein, dass eben die Öffnungszeiten an der Grenze verlängert wurden. Bei der Ankündigung ging es offenbar der Regierung darum, vor einem Treffen der Arabischen Liga letzten Freitag Gutwetter zu machen. Sonst hätte Ägypten als Mittäter bei der Blockade des Gazastreifens Kritik einstecken müssen.

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