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Die Seeschlacht von Lindau

■ Wasserschutzpolizei versenkt österreichisches Fischerboot/ Seit Wochen Fischereikrieg zwischen Österreich und Deutschland

Lindau (am Bodensee) — Der Fischereikrieg dauert schon Wochen und schlägt am Bodensee immer höhere Wellen. Österreichische Fischer bezichtigen die deutschen Kollegen, in ihrem Revier zu fischen. Nach Abmahnungen entfernen die Österreicher mehrmals kurzerhand die Netze der deutschen Fischer, und so entschließen sich ein Lindauer Berufsfischer und sein Neffe, sich auf die Lauer zu legen, um die bösen Nachbarn auf frischer Tat zu ertappen. Genau dies gelingt ihnen auch.

„Am frühen Nachmittag des 25.2. konnten sie beobachten, wie ein österreichischer Fischer mit seinem Sohn ein weiteres Netz eines Lindauer Berufsfischers barg“, berichtet der stellvertretende Lindauer Kripochef Klaus Gebath. Was dann passiert, haben die Wasserschutz- und sonstigen Grenzpolizisten am Bodensee noch nicht erlebt: Die deutschen Fischer verfolgen mit ihrem Boot die Österreicher, verständigen sicherheitshalber vorher die Wasserschutzpolizei. Die Lindauer Fischer holen die Österreicher ein, wollen ihr Boot an dem der Österreicher festmachen. Da fuchtelt plötzlich der jüngere der beiden österreichischen Fischer mit einer Schrotflinte vor den Lindauer Fischern herum und bedroht sie.

Inzwischen ist die Wasserschutzpolizei eingetroffen. Zwei von drei Beamten ziehen ihrerseits die Waffen und fordern den Österreicher auf, die Flinte fallen zu lassen. Der denkt jedoch nicht daran und versucht, durch geschickte Wendemanöver zu entkommen. „Dabei ist, wahrscheinlich durch ein Versehen, das österreichische Boot unter den Bug des Wasserschutzbootes geraten und versunken“, berichtet Klaus Gebath, der zu einem möglichen Verschulden der Wasserschutzpolizisten noch nichts sagen will. Die beiden Österreicher konnten aus dem eiskalten See gerettet werden, die Schrotflinte ist ebenso wie das Boot versunken; ob nun auf deutschem oder österreichischem Hoheitsgebiet, das muß noch ermittelt werden. Klaus Wittmann

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