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■ Gemüsebomben und Tiergranaten

Das Staatsarchiv in London hat jetzt bisher geheim gehaltene Akten über Waffen britischer Geheimagenten während des Zweiten Weltkriegs veröffentlicht. Zur Ausstattung gehörten u.a. mit Sprengstoff gefüllte Ratten und Chianti-Flaschen, Handgranaten wurden als Zuckerrüben getarnt. Die ausgestopften Ratten wollte der Geheimdienst neben Heizkesseln verstecken, damit sie zusammen mit der Kohle ins Feuer geworfen würden. Explodiert ist letztendlich keine davon, weil die Deutschen die präparierten Tiere abfingen, bevor sie verteilt wurden. Dennoch feierte der Geheimdienst die Ratten als Erfolg: Der Fund löste landesweit eine fieberhafte Suche nach weiteren Tier-Bomben aus. Diese Verwirrung habe einen größeren Effekt gehabt, als wenn sie explodiert wären, heißt es in den Akten. Sabotageangriffe auf die Eisenbahn sollten auch mit sprengstoffgefüllten Briketts verübt werden. Einige Ideen, wie zu Schusswaffen umgebaute Fahrradpumpen oder Füllfederhalter, wurden allerdings nie verwirklicht.

Granatenattrappen: AP

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