: Musealisierte Völker
■ Der Deutsche Museumsbund diskutiert die Aktualität von Völkerkundemuseen
Die Museen in Deutschland müssen sich wesentlich mehr aktuellen politischen Debatten stellen. Das fordert der Präsident des Deutschen Museumsbundes (DMB, Berlin), Martin Roth. „Museen dürfen nicht danach streben, everybody's darling zu sein und in der Hoffnung auf Erfolg Mainstream bieten, sondern sie sollten Zeitthemen aufgreifen, die querliegend sind und angepackt werden müssen, auch wenn sie wehtun“, sagte Roth in einem dpa-Gespräch. Der DMB tagt von heute an bis zum Mittwoch unter dem Motto „Museen: Portale zur Welt“ in Hamburg.
Ein wesentliches Interesse der Tagung gilt den ethnologisch- ethnografischen Museen. „Es geht darum, zu überprüfen, wie aktuell gerade die Völkerkundemuseen sind, vor allem im Bereich ihrer Ausstellungsthemen und -präsentation“, meinte Roth. „Gerade die Völkerkundemuseen haben Sammlungen, die geprägt sind von Internationalität und verschiedenen Kulturen. Sie sind während der Kolonialisierungswellen des 18. und 19. Jahrhunderts entstanden. Es lohnt sich, sie kritisch nach aktuellen Fragestellungen zu durchforsten.“
Sinnvoll seien auch bilaterale Kooperationen zwischen deutschen Museen und Sammlungen in Drittwelt- und Schwellenländern, wie es sie in Großbritannien oder auch den Niederlanden schon länger gebe, so Roth. taz/lno
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