: Betr.: die neue sklaverei
27 Millionen Menschen werden weltweit als Sklaven gehalten – mehr, als während des transatlantischen Sklavenhandels von Afrika nach Amerika verschifft wurden. Drei Beispiele:In den Köhlercamps in Brasiliens Westen (Foto oben) müssen Männer, die aus den städtischen Slums hergelockt wurden, Holz in kleinenMeilern zu Holzkohle verbrennen. Lohn erhalten sie dafür nicht.Eine besondere Situation herrscht in Birma (Myanmar), wo Zwangsarbeit und Sklaverei staatlich organisiert werden. Aufgrund der restriktiven Abschottungspolitik des Regimes sind Bilddokumente aus dem Land äußerst selten. Unser Foto (Mitte) zeigt Kinder bei der Schwerstarbeit am Irrawaddyfluss in Mandalay. Die häufigste Form der Sklaverei ist die Schuldknechtschaft – und Indien das Land, in dem dies am weitesten verbreitet ist; das Foto (unten) zeigt Kinderarbeit in einer Ziegelei bei Kalkutta. Große Teile der indischen Landbevölkerung leben seit jeher in einem Status der Leibeigenschaft. Sie müssen Schulden abarbeiten in einem System, das deren Tilgung nicht vorsieht. In diesem Fall ist Sklaverei ein Produkt von Armut plus Tradition, im Gegensatz etwa zu Brasilien, wo sie Folge von neuer Verarmung plus Mobilität von Mensch und Kapital ist, mithin ein Globalisierungsphänomen.FOTOS: WERNER RUDHART (o.); HARTMUT SCHWARZBACH/ARGUS (m.); JÖRG BÖTHLING/AGENDA (u.)
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