: Josef Hattig auf die Knochen blamiert
Am 22. Oktober hatte Bremens Wirtschaftssenator eine Beschluss-vorlage für den Senat in der Tasche, in der dem Musical-Unternehmen noch für das Jahr 2001 eine Hilfe von drei Millionen Mark zugesagt wurde. Für das Jahr 2002 sollte der Senat Hilfen über fünf Millionen Mark beschließen. Die Miet-Subventionen von ca. zwei Millionen Mark pro Jahr waren dabei nicht eingerechnet. Bremen wäre, wenn Hattig damit den SPD-Fraktionsvorsitzenden Jens Böhrnsen überzeugt hätte, wieder in die volle wirtschaftliche Verantwortung für den Musical-Betrieb eingestiegen.
Dagegen liest sich Punkt eins der gestrigen Koalitionsvereinbarung. der ausdrücklich der Überzeugung auch des CDU-Landesvorsitzenden Bernd Neumann entspricht, wie eine schallende Ohrfeige: kein Steuergeld direkt für das Musical. Nur wenn Hair in diesem Jahr aus eigener Kraft überlebt, kann es im kommenden Jahr von verstärktem Stadt-Marketing profitieren.
Der Demonstrativ-Unternehmer und CDU-Mann hat sich eine Lektion in Sachen „unternehmerisches Risiko in der Marktwirtschaft“ ausgerechnet vom Sozi-Führer Jens Böhrnsen abgeholt. Unternehmer, die größere Summen von der Stadt wollen, müssen in Zukunft erst mit der SPD reden, bevor sie bei Hattig einen Antrag einreichen.
Hattigs Griff in seine Sprüche-Kiste – er sei nur der „Notarzt“ – macht die Sache nicht besser. Helfen würde es, wenn er sich die Handy-Nummer des SPD-Mannes auf seine Sprüche-Zettel schreiben ließe. Klaus Wolschner
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