: 792 Demonstranten in Polizeigewahrsam
In München protestieren tausende trotz Demonstrationsverbot gegen internationale Konferenz für Sicherheitspolitik
MÜNCHEN afp/taz ■ Ungeachtet eines Demonstrationsverbotes haben am Wochenende etwa 7.000 Menschen überwiegend friedlich gegen die Konferenz für Sicherheitspolitik in München protestiert. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben insgesamt 792 Demonstranten vorübergehend in Gewahrsam, wobei die Mehrzahl am Sonntag bereits wieder auf freiem Fuß war. Auch der Hauptorganisator der Proteste, Claus Schreer, kam in Unterbindungsgewahrsam.
Darüber hinaus kamen 57 Demonstranten wegen Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt in Haft und sollten dem Amtsgericht vorgeführt werden. Das massive Polizeiaufgebot von 3.500 Beamten kostete nach Einschätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft mehrere Millionen Euro. Die Proteste begannen bereits am Freitagabend in der Münchner Innenstadt. Bei einer Demonstration von gut 2.000 Menschen wurden etwa 300 in Gewahrsam und 29 festgenommen. Am Samstag versammelten sich dann bis zum Nachmittag etwa 6.000 bis 7.000 Demonstranten in der Münchner Innenstadt. Die Polizei forderte zur Auflösung der Veranstaltung auf, der Großteil der Demonstranten zog schließlich friedlich ab.
Etwa 800 Menschen gingen laut Polizei hingegen weiter Richtung Marienplatz. Dabei seien auch einige Einsatzfahrzeuge der Polizei beschädigt worden. Im Verlauf des Nachmittags fanden sich demnach immer wieder Gruppen zusammen. Teils riegelte die Polizei Straßenzüge ab und kesselte Demonstranten zeitweise ein.
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