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Schön massiv, schnell verschmiert

Mit seinen Gesichtslandschaften möchte sich Sebastian Bieniek in der Galerie 35 auch Gedanken zu Zeit-Räumen machen

Sebastian Bieniek mit Déjà-vu in der Galerie 35, Simon-Dach-Straße 35, täglich von 17 bis 20 Uhr (und nach Vereinbarung ☎ 01 79 6 72 27 23). Ausstellungseröffnung heute um 22 Uhr

Seit je sind Künstler fasziniert von dem Gleichnis zwischen Landschaft und menschlichem Körper. Zahlreiche Fotografen mit einer Masse von Beiträgen zu diesem Thema, Surrealisten wie Dalí, die mit den Kurven erotisierte, absurde Landschaften erzeugten, oder Regisseure wie Anthony Minghella, der sein Epos „Der englische Patient“ mit dem Blick auf eine schier endlose Wüstenlandschaft begann und die Bilder mit einer Erzählung aus „Tausendundeiner Nacht“ unterlegte, beziehen sich auf die uralte Tradition: der Verbindung von Frau und Natur. Sebastian Bieniek bricht mit seiner Arbeit dieses stereotype Prinzip. Die Porträts mit den harten Konturen eines Männergesichts, das mit dem beschmiert ist, was uns von der Werbung gern mit einem jungen Frauenkörper verkauft wird, Nivea-Crème, funktionieren vielschichtiger. Die Fotografie nutzt er lediglich, um seine Skulpturen, die mit malerischen Mitteln geschaffen wurden, in Szene zu setzen. Das wiederkehrende Motiv in seiner Arbeit ist jedoch der Versuch der Menschen, den Zeit-Raum zu begreifen, ihn zu manipulieren. Mit diesen Werken scheint der Künstler, der in der Vergangenheit eher durch drastische Performances auffiel, wunderlich brav geworden zu sein. Vielleicht sollten sich die Vernissagengäste in der Galerie 35 gerade deshalb auf eine Überraschung vorbereiten. Denn oft trügt der erste Eindruck.

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