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Kommentar Gift in Gewässern Verheerend billige Lebensmittel

Kommentar von

Jost Maurin

Konventionell und billig produzierte Lebensmittel sorgen für schlechte Wasserqualität. Die EU-Agrarreform wird daran nur wenig ändern.

D ie neue Studie mehrerer Universitäten über die Gewässerqualität in Europa ist eine gute Erinnerung daran, wie verheerend zu billige Lebensmittel sind. Denn die Wissenschaftler bestätigen: Die konventionelle Nahrungsmittelproduktion ist der Hauptgrund dafür, dass viele Flüsse nicht mehr als Trinkwasserquelle taugen oder Pflanzen- und Tierarten dort aussterben; Pestizide vergiften das Wasser.

Ackergifte dienen auch dazu, die Kosten der Landwirte zu senken. Statt lange Unkraut zu rupfen oder zu zerschneiden, fährt der Bauer schnell mit der Pflanzenschutzspritze übers Feld. Zudem kann er so meist mehr auf einem Hektar ernten – auch das senkt die Kosten etwa pro Kartoffel. Das sind Gründe, weshalb Bioprodukte teurer als konventionelle sind.

Doch in Wirklichkeit halst die herkömmliche Landwirtschaft einen Teil ihrer Produktionskosten einfach der Gesellschaft auf. Das zahlen wir alle, aber eben nicht an der Supermarktkasse. Stattdessen überweisen viele Bürger mehr ans Wasserwerk, weil mit Schadstoffen aus der Landwirtschaft belastetes Wasser erst gereinigt oder verdünnt werden muss. Und der Staat finanziert mit Milliarden Naturschutzprogramme, um den auch durch Pestizide verursachten Artenschwund zu lindern.

Fairer wäre es, die Landwirtschaft setzte weniger Schadstoffe frei. Die EU könnte die Bauern dazu bringen, schließlich zahlt sie ihnen jährlich 60 Milliarden Euro Subventionen. Doch die gerade abgeschlossene Reform der EU-Agrarpolitik bringt – wenn überhaupt – nur winzige Fortschritte. Dafür hat nicht zuletzt das von der CSU geführte Agrarministerium in Berlin gesorgt. Deshalb sind Studien wie die über die Gewässerqualität dringend nötig. Denn der Druck für eine wirklich ökologische Umverteilung der Subventionen muss steigen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Jost Maurin Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

Jahrgang 1974. Er schreibt vor allem zu Ernährungsfragen – etwa über Agrarpolitik, Gentechnik und die Lebensmittelindustrie. 2026 nominiert für den Wächterpreis. Journalistenpreis "Faire Milch" 2024 des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter. 2018, 2017 und 2014 gewann er den Preis "Grüne Reportage" des Verbands Deutscher Agrarjournalisten. 2015 "Bester Zweiter" beim Deutschen Journalistenpreis. 2025 nominiert für den Deutschen Journalistenpreis, 2022 nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis (Essay "Mein Krieg mit der Waffe"), 2013 für den "Langen Atem". Bevor er zur taz kam, war er Redakteur bei der Nachrichtenagentur Reuters und Volontär bei der Süddeutschen Zeitung.
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1 Kommentar

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  • "Die neue Studie mehrerer Universitäten" ... bla bla bla ... "Deshalb sind Studien wie die über die Gewässerqualität dringend nötig" noch mehr ... bla bla bla ... - seit jahrzehnten wissen wir um diese Zusammenhänge und Sie fordern noch mehr ... bla bla bla ...

     

    "von der CSU geführte Agrarministerium " - DA sitzen die wirklich Verantwortlichen, diese Politiker sind im allgemeinen doch nur Handlanger der Industrie, die nach kapitalistisch-ausbeuterischen Maximen vorgehen

     

    bla bla bla

     

    Ich fordere: schafft das Pack ab, dieses elende Lügengesindel, Pappmarionetten ... !