wortwechsel: Wenn die Krise zur Dauererzählung wird
Eine einseitige Fixierung auf Krisen und Konflikte kann das Vertrauen in die Politik schwächen – und rechtsextremen Parteien in die Hände spielen
Foto: Sebastian Willnow/dpa
Bedrohliches Clickbait
„Auf der Jagd nach schlechten Nachrichten“,
wochentaz vom 19.–25. 9. 26
Sehr wichtiger Beitrag und sehr wichtige Diskussion. Zumal sich parallel die Medienlandschaft noch verändert. Die Kurzfristigkeit von Nachrichten und Kanälen wie Facebook, Instagram, Twitter und Tiktok dominiert immer mehr. Also wird immer mehr verkürzt und gleichzeitig immer mehr skandalisiert und dramatisiert. Nachrichten und Informationen verkommen immer mehr zu Clickbait. Und immer mehr Lügen, Übertreibungen und Fehlinformationen dominieren den Nachrichtenraum. Das ist sehr bedrohlich. Tilman Eichstädt auf taz.de
Mehr Positives
„Auf der Jagd nach schlechten Nachrichten“,
wochentaz vom 19.–25. 9. 26
Ich habe selten eine so genaue Beschreibung der Situation gelesen. Den meisten Menschen in diesem Land geht es gut. Klar, gibt es soziale Unterschiede, aber das soziale Netz ist für alle aufgespannt. Die AfD wird durch die ständigen negativen Nachrichten immer gestärkt. Bildet doch mehr das Positive ab und verzichtet darauf, immer über Brandmauern und Abgrenzung zu berichten. Mehr Werbung für die AfD als jetzt kann man gar nicht machen. Hätte man sie einfach mitlaufen lassen und politisch vorgeführt, dann hätte sie mit Sicherheit nicht den Zulauf gefunden. Dirk Anders auf taz.de
Mündige Bürger
„Auf der Jagd nach schlechten Nachrichten“,
wochentaz vom 19.–25. 9. 26
Der Artikel ist das Beste, was ich in den letzten Jahren in der taz gelesen habe. Die Gretchenfrage bleibt: Wie ist dem „mündigen Bürger“ beizubringen, dass er sein Umfeld richtig einschätzt? Für mich heißt die Lösung: Bildung, Bildung und noch einmal Bildung. Dafür geben wir viel zu wenig Geld aus. Und das hat einen Grund: Eliten und arrivierte PolitikerInnen haben kein gesteigertes Interesse, sich von gebildeten BürgerInnen abhängig zu machen.
Zum Schluss noch eine Bemerkung, im Scherz: Trüffelschweine suchen gerade nicht nach „übelriechenden Geschichten“. Das besorgen die Aasgeier!
Heinz Mundschau, Aachen
Wünschenswerte Änderungen
„Auf der Jagd nach schlechten Nachrichten“,
wochentaz vom 19.–25. 9. 26
Vielen Dank für das „unter die Lupe nehmen“ der Berichterstattung.
Die Medien, auch die öffentlich-rechtlichen, sollten sich große Gedanken über die Ergebnisse der Medienforschung machen. Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich das ändern würde.
Nicht nur bei der taz, wo häufig versucht wird und es oft gelingt, im Sinne Ihres Vorschlags Themen zu bearbeiten. Miri Kei
Balance halten
„Auf der Jagd nach schlechten Nachrichten“,
wochentaz vom 19.–25. 9. 26
Ausgewogenheit, ja, die finde ich auch wichtig. In der finanziellen Beteiligung entsprechend des Potenzials jedes einzelnen Menschen unseres Landes am Erhalt und an der Verbesserung sämtlicher Einrichtungen, Institutionen, Infrastruktur, einer lebenswerten Umwelt.
Ausgewogenheit in der Berichterstattung bietet, mit allen wohl unvermeidlichen Ausschlägen nach oben und unten, für mich in Summe die taz.
H.-J. Sittek, Wedel
Durchdachte Analysen
„Auf der Jagd nach schlechten Nachrichten“, wochentaz vom 19.–25. 9. 26
Investigativ ist gut. Wohlfeiles Mokieren à la Spiegel (und seither bei anderen Medien eingesuppt) jedoch ist etwas anderes – immer daher zuerst gegen die eigenen Vorurteile, soziale und ökonomische Prägungen recherchieren! Lifestylestorys durch durchdachte Analysen auf mehreren Ecken ersetzen. Ambiguität aushalten. Auch ein linkes „Empört euch!“ sollte hinsehen, wo die Empörung ansetzt und wo besser nicht.
Für gute Stimmung sind Medien nie verantwortlich, für eine gute Annäherung an „Wahrheit“ schon. Janix auf taz.de
Informative Reportage
„Vier Tage im Juni“, wochentaz vom 19.–25. 9. 26
Fast doppelt so viele Hitzetote wie im bisherigen Rekordjahr: 16.000 Menschen! Die Reportage informiert übersichtlich darüber, warum das Kühlen des Körpers an Hitzetagen so wichtig ist – ebenso wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wichtige Informationen.
Beiläufig erfährt der/die Leser*in, welche Bedingungen die Gefahren bei Hitzewellen gerade für vulnerable Gruppen erhöhen: zum Beispiel die Wohnsituation durch überhitzte Wohnungen, Vereinsamung oder eine mangelnde Pflegesituation. Die Hitzewellen werfen somit indirekt auch ein Schlaglicht auf die soziale Situation im Lande. Menschen in Wohnsilos haben selten die finanziellen Möglichkeiten, sich adäquat vor der Hitze zu schützen.
Und die Reportage macht noch einmal bewusst, dass die katastrophalen Auswirkungen der globalen Erwärmung nicht nur in fernen Ländern stattfinden (was schlimm genug wäre). Eine wichtige Reportage in einer Zeit, in der scheinbar sämtliche anderen Medien dieses wichtige Thema vergessen haben – oder schlichtweg ignorieren. Reiner Gorning, Hamburg
Nur Mut
„Wenn der Schwimmer zweimal kitzelt“,
wochentaz vom 19.–25. 9. 26
Das gefühlte Brodeln im Wasser durch rücksichtslose Badegäste im Schwimmbad kenne ich. Keinesfalls eine Petitesse. Vielmehr bricht sich beim Schwimmen der enthemmte Egoismus Bahn.
Wir sind im Alltag Betroffene der extremen egoistischen Verwahrlosung in unserer Gesellschaft. Dümmliche Kraftmeierei statt Toleranz und Freundlichkeit an immer mehr Orten. Noch schlimmer der Tatort Straße. Ja, auch immer mehr rücksichtslose Pedalritter, Möchtegern-SchnellradlerInnen, denen tagtäglich jede Verkehrsregel wurscht ist. Einige Pkw-Lenker dito.
Ganz oben auf der politischen Agenda muss die Einrichtung von Freundlichkeit, Toleranz und Anstand stehen. Dann wird’s auch was mit der Demokratie. Im Schwimmbad ist es der Job des Schwimmmeisters mit der Trillerpfeife, dazu entsprechende Baderegeln. Auf der Straße intensivere Kontrollen. Also nur Mut! Und bitte nicht untergehen.
Thomas Pfeiffer, Leipzig
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