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wortwechsel„Lasst uns Bomben werfen und jubilieren“, liebe Schafe

Der Irankrieg droht die Welt in einen Abwärtsstrudel der Zerstörung zu reißen. Ein archaischer Religionskrieg mit modernsten Bomben gegen die regierenden Ölgötzen?

Auf diesem Satellitenfoto ist die iranische Insel Kharg am 26. Februar 2026 zu sehen – vor der Bombardierung durch die USA Foto: Planet Labs pbc/ap/dpa

Wo bleibt die Reißleine?

„Schutz der Straße von Hormus: Ein hohes Risiko und viele Neins. US-Präsident Trump fordert die Nato-Verbündeten auf, die Straße von Hormus militärisch abzusichern. Seine Forderung stößt auf Ablehnung“, taz vom 16. 3. 26

Trumps Äußerungen und Handlungen werden immer mehr zu völlig unkalkulierbaren Szenarien mit Folgen, welche absolut nicht wieder gutzumachen sind. Und Netanjahu scheint völlig besessen von Krieg und Gewalt, um seine Ziele zu erreichen. Sollte Deutschland endlich die Reißleine ziehen? Geht es am Ende nur noch um den Machterhalt – und Erdöl!? Der böse Russe ist nun scheinbar gar nicht so viel anders als das, was wir gerade im Nahen Osten von den obersten Moralaposteln erleben. Auge um Auge, und am Ende werden wir alle blind sein. Stoppt diesen Wahnsinn, vor einem zweiten Hiroshima, womöglich in Teheran als Machtdemonstration! Enrico W. Arndt, Heidelberg

Lange Jahrzehnte überzogen wir den Globus mit „Europas Werten“ und Kriegen und lebten in dem Wahn, wir seien über alles in der Welt und jeden Zweifel erhaben … und schon platzt die nächste Seifenblase: was aussah wie haushohe militärische Überlegenheit der USA und die wirtschaftliche Unantastbarkeit des Werte-Westens, war nichts als eine fatale Unterschätzung (iranischer) Gegenwehrpotentiale. Militärisch hätte die Lektion schon in Afghanistan, schon in Vietnam gelernt werden können. Aber im Größenwahn weiterträumen war schöner, weil profitabler. Jetzt werden wieder „gute“ Gründe aus dem Hut gezaubert. Wie kann es gelingen, die verantwortungslosen Verantwortlichen in den eigenen Reihen aus dem Verkehr zu ziehen?

Benjamin Kradolfer, Bellach, Schweiz

Gott und die Bombe

„Evangelikale US-Christen und Irankrieg: Gottes Wille“, taz vom 13. 3. 26

In Trumps Bande wimmelt es von weißen, evangelikalen Christen!

Kommentar taz forum

Wenn Sie diverse Artikel zu Peter Thiel und seinem Einfluss auf die Regierung lesen, ist es wohl eher ein Katholikenclub. Es soll seinen Grund haben, dass Vance zum Katholizismus konvertiert ist. Der Autor tut so, als sei die Vorstellung von Irrglauben spezifisch evangelikal. Das ist sie nicht! taz forum

Iran wird seit 1979 von einem islamistischen Terrorregime geführt. Die Vernichtung Israels und der Juden ist Staatsräson. Gegenüber den wenigen verbliebenen Christen im Iran gilt strikte Apartheid. Christen sind dort Menschen zweiter Klasse und Iran ist der Hauptfinancier mörderischen Terrors gegen Juden und massakriert derweil die eigene Bevölkerung in epischen Ausmaßen.

Ob ich dieses Regime/diese Ideologie nun aus biblischen oder rein humanistischen Gründen bildlich gesprochen als ein „Reich des Bösen“ bezeichne, macht keinen moralischen Unterschied. Entscheidend ist die Einsicht, dass das islamistische Mullah Regime gegen alle Werte und Regeln der humanistisch oder eben christlich geprägten westlichen Gesellschaften kämpft. „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen.“

taz forum

Danke für die Erinnerung daran, was den Kern des christlichen Glaubens ausmachen sollte!

Ein Pete Hegseth in Washington, der sich das Jerusalemkreuz und die Parole „Deus vult“ auf die Brust tätowieren lässt, ist genau so ein Apologet dieser leider alle Religionen vereinnahmenden Religion des Hasses wie ein Modschtaba Chamenei in Teheran. Nicht bloß der Iran, auch die USA werden von religiösen Eiferern regiert. Ihnen gehört ausnahmslos das Handwerk gelegt. taz forum

Drei Verbrecher mit religiösem Sendungsbewusstsein: Netanjahu, Trump und der Obermullah. Ein Skandal, dass zwei davon von der Bundesregierung unterstützt werden! taz forum

Jesus warnt in Matthäus 6,24 und in Lukas 16,13: „ Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ taz forum

Religiöse Fanatiker sind immer gefährlich und dass diese gerade Trump begeistert folgen, der ja nun wirklich gegen jede christliche Lehre, die man sich vorstellen kann, verstößt, lässt tief blicken. Für wirkliche Christen müsste Trump doch eigentlich die Inkarnation des Teufels sein. taz forum

Die Kirche Russlands unterstützt den Ukrainekrieg mit genau den gleichen Argumenten. taz forum

Leider hatten die Frauen recht, die zum Ende der UN Dekade der Frauen auf der Welt-Frauenkonferenz in Beijing voraussagten: Die Gefahren für die Menschheit werden die patriarchalen theokratischen Regime sein und der neoliberale Kapitalismus, der in Faschismen kippen wird.

Das ist genau die Situation, in der wir uns befinden. Die patriarchalen Theokraten sind dabei fossile autoritäre Machthaber mit KI Macht. Aber eine sozial-ökologische Transformation ließe sich gestalten!

Reichtum muss begrenzt werden, Abgaben müssen an sozial-ökologische Gemeingüter gehen, Abrüstung, Reform der UN und Unterstellung von großen Teilen der Armeen unter UN Aufsicht. Mindestens 30 Prozent der Böden und Meere muss unter kompletten Naturschutz und die Kreislaufwirtschaft mit der Natur weiter ausgebaut werden! taz forum

Das wird nicht mit dieser Menschheit passieren. taz forum

Wir sehen gerne den glänzenden Firnis des kultivierten und gebildeten Ostkünstenamerikas, nicht sehen wollen wir den dunklen, rassistischen, abergläubischen und okkulten Kern, der die USA seit ihrer Gründung ausmacht. taz forum

Hier wird Religion als Vorwand genutzt. „Wir wollen Geld mit Krieg verdienen!“ klingt nicht so griffig. taz forum

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