was für eine woche: „Klimaleugner*innen frohlocken, die Wissenschaft habe bisher übertrieben“
Susanne Schwarz
Foto: Wolfgang Borrs
Susanne Schwarz
leitet gemeinsam mit Beate Willms das Ressort Wirtschaft und Umwelt.
Stellen Sie sich vor, es brennt. Während die Flammen ungehindert lodern, sehen Prognosen zu Zerstörung und Todesfällen düster aus. Ist die Feuerwehr immerhin auf dem Weg, schraubt man die Befürchtungen ein bisschen runter. Ungefähr das haben Wissenschaftler*innen kürzlich in Bezug auf die Klimakrise getan. In einem Aufsatz strichen Dutzende Expert*innen das grauenvollste der bislang üblichen Szenarien in Klimamodellen. Nun frohlocken Gelegenheits- bis Hardcore-Klimaleugner*innen, die Wissenschaft habe bisher übertrieben und jetzt einen Irrtum eingeräumt. Nur: Das Worst-Case-Szenario haben die Forscher*innen als vorerst nicht mehr wahrscheinlich eingestuft, weil trotz aller politischer Widrigkeiten die erneuerbaren Energien weltweit Durchbrüche erleben. Die Feuerwehr hat – zaghaft und zu langsam natürlich – mit dem Löschen begonnen. Logisch, dass das nicht heißt, dass man sie gar nicht erst hätte rufen sollen. Der Handlungsdruck wurde auch diese Woche wieder offensichtlich: Beim Tennis-Turnier French Open brach (nicht nur) einer der Favoriten zusammen – wegen extremer Hitze. In Südindien starben Menschen bei mehr als 45 Grad. Es brennt wirklich.
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