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was für eine woche„Mit dem Ego-Liberalismus des Wolfgang Kubicki ist die FDP ganz bei sich“

Gunnar Hinck

Der Weg ist frei für Wolfgang Kubicki zum neuen FDP-Vorsitzenden. Sein Gegenkandidat hat seine Kandidatur zurückgezogen. Damit wird Kubicki, 74, bekannt als Fan von Altherrenwitzen, Chef der altehrwürdigen, aber derzeit ums Überleben kämpfenden liberalen Partei. Das passt gut. Der Rechtsanwalt aus Schleswig-Holstein mit Zweitwohnung auf Mallorca spiegelt ein Milieu wider, das sich besonders in der alten BRD findet und das immer eine ausgesprochene Wahlpräferenz für die FDP hatte. Es ist das Milieu der Rotary-Club-Mitglieder, Bauunternehmer, Steuerberater und Immobilienmakler. Aufs Gendern kann hier bewusst verzichtet werden, weil dieses Milieu ein sehr männliches ist und Frauen meist nur als begleitende Ehefrauen auftauchen, die in der Firma auf Minijobbasis die Buchhaltung machen. Dieses Milieu versteht Politik in erster Linie als Lobbypolitik in eigener Sache. Man sitzt im Stadtrat, um Kontakte fürs eigene Business zu knüpfen.

Gunnar Hinck ist taz-­Meinungs­redakteur.

Kubicki ist unverblümter als sein Vorvorgänger Christian Lindner, der den Ego-Liberalismus noch mit ­Friedrich-August-von-Hayek-Zitaten zu veredeln versuchte, insofern wäre die FDP mit Wolfgang Kubicki als neuem Chef ganz bei sich.