piwik no script img

was fehlt ......der Pilotenschein

In Italien fliegt ein als Pilot getarnter Arbeitsloser mehrfach im Cockpit von Verkehrsflugzeugen mit. Die Geschichte erinnert an den Film „Catch Me If You Can“.

Über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos, dachte sich der 32-jährige Italiener Andrea P. und zog sich eine Pilotenuniform an. Damit gab er sich bei der Tochtergesellschaft der Lufthansa, Air Dolomiti, als Mitarbeiter aus und flog im Cockpit als dritter Pilot auf dem so genannten „Jump Seat“ mit. Laut Berichten der Nachrichtenagentur dpa soll das mehrfach vorgekommen sein, zuletzt auf einem Flug von München nach Turin.

Die Geschichte erinnert stark an den Film „Catch Me If You Can“ in dem Leonardo DiCaprio als Hochstapler Frank Abagnale als falscher Pilot um die Welt reist. Ein wenig von dessen Geschick fehlt Andrea P. aber noch. Während Abagnale Gehaltsschecks, Mitgliedsausweise und Pilotenscheine nahezu perfekt fälscht, muss sich der arbeitslose Italiener am Münchener Flughafen ein reguläres Ticket kaufen, um durch die Sicherheitsschleuse zu kommen. Erst an Bord erfolgt die Verwandlung.

Kostenlos war der Flug also nicht. Offenbar wollte Andrea P. einfach mal Pilot spielen, mit schicker Uniform und Sonnenbrille. Dafür wurde er jetzt festgenommen, im Internet soll er schon länger beobachtet worden sein. Seine Aktion hat eine Debatte über die Sicherheitsbestimmungen für flugbegleitendes Personal ausgelöst. (taz, lom)

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

0 Kommentare