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Seit einem Jahr steht Barbara Jatta als erste Frau an der Spitze der Vatikanischen Museen. Eines der größten Museen der Welt zu führen gleicht einer Herkulesaufgabe. Pro Jahr sind es etwa sechs Millionen Menschen, die die Ausstellungen besuchen. Da bleiben Schäden nicht aus: Jeden Tag bekommt Jatta eine Auflistung: Ein abgebrochenes Mauerstück, ein beschädigtes Ausstellungsstück, Kaugummis unter den hölzernen Bänken der Sixtinischen Kapelle – das alles gehört dazu. Jatta ärgert sich über solch „kulturloses“ Verhalten einiger Besucher. Papst Franziskus hat sich da nicht so. Gemäß dem Motto seiner Amtszeit, eine „arme Kirche für die Armen“ zu sein, versucht er das auch in den Museen zu spiegeln: So lud er einmal 150 Obdachlose in die Museen ein, darauf folgten 50 Häftlinge, die in der Sixtinischen Kapelle dem Angelusgebet des Papstes lauschten. Durch die Kunst sollen auch erste diplomatische Kontakte geknüpft werden, etwa mit China. Kürzlich wurde die erste Ausstellungskooperation der beiden Staaten verkündet. Jeweils rund 40 Kunstwerke werden „ausgetauscht“ und im kommenden März in China und im Vatikan gezeigt. Der Papst hat Jatta noch nicht persönlich in den Museen besucht. Womöglich ist er zu sehr damit beschäftigt, Geflüchteten statt Klerikern die Füße zu waschen und Erzreaktionäre in den eigenen Reihen als „Krebsgeschwür“ zu beschimpfen.

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