piwik no script img

unterm strich

Talk of the town: Andreas Kilb geht auch auf die Barrikaden. Der FAZ-Filmredakteur schrieb in der FAZ zur Schieflage der Generationen und die Achtundsechziger: „Ihre Machtergreifung durch die Rentengesetzgebung der Koalition läßt sich mit nichts vergleichen, was sich in den letzten zweihundert Jahren der Industrialisierung und Modernisierung ereignet hat – sie gleicht Versteinerungsprozessen in vormodernen, gerontokratischen Gesellschaften, etwa der ägyptischen am Ausgang des Neuen Reiches. […] Jene Generation, die einst die Phantasie an die Macht bringen wollte, baut heute nur noch darauf, daß die Sintflut erst nach ihr kommt. Aber die Flut wird sie einholen. Wir stehen am Beginn einer Epoche gesellschaftlicher Beunruhigungen, von deren Form und Ausmaß wir keine Vorstellung haben.“ Interessant das Wort Machtergreifung. Aber, was soll’s, Kilb denkt sowieso in größeren Zusammenhängen. Am 14. 9. 2001 schrieb er in der FAZ. „Der Weltbürgerkrieg, der Kampf zwischen Geld und Blut, Zivilisation und Religion, der das einundzwanzigste Jahrhundert prägen wird, hat mit den brennenden Türmen des World Trade Center seines erstes Fanal bekommen. Es wird nicht das einzige bleiben.“ Gestern WTC. Heute die Rentengesetzgebung der Achtundsechziger. Welches Fanal wohl morgen kommt?