unterm Strich: James „Blood“ Ulmer tot, Jafar Panahi in Haft
Er nahm seit den späten 1960ern für das Jazzlabel Blue Note auf und spielte mit Jazzerneuerern wie Ornette Coleman und Art Blakey. US-Gitarrist James „Blood“ Ulmer, geboren 1942 in South-Carolina, ging durch die harte Schule des „Chitlin’ Circuit“: Als Gitarrist für tourende Soulbands mit wechselnden SängerInnen war Ulmer seit den frühen 1960ern dazu gezwungen, stilistisch versiert zu klingen und auf den kleinen Bühnen des US-Südens maximale Energie zu entwickeln. Als Bandleader und Solist reüssierte er erst gegen Ende der 1970er und wurde zu einem der furchtlosesten Gitarristen des elektrifizierten Jazz.
Wobei Ulmers Jazzsound erkennbar Wurzeln in Soul, Rock und Funk hatte und auch mit dem Widerwillen von No Wave gegen den Strich gebürstet werden konnte. „Jazz is the Teacher (Funk is the Preacher)“ hieß ein Song seines zweiten Albums, „Are you glad to be in America?“, das er 1980 beim britischen Indielabel Rough Trade veröffentlichte. Mitte der 1980er war er zeitweilig beim Majorlabel Columbia unter Vertrag.
Gewalt und Rassismus tauchten auch dann als Unterströmungen seiner Musik auf. Und Ornette Colemans Gestalttheorie der „Harmolodics“, an der sich auch Ulmer auf gleich mehreren Werken abarbeitete. In den Nullern wirkte der Gitarrist wieder als Sessionmusiker, etwa auf dem HipHop-Album „Phrenology“ von The Roots. 2024 gab er seinen Ruhestand bekannt, am 3. Juni ist James „Blood“ Ulmer verstorben. (juwe)
Die iranische Justiz hat die einjährige Haftstrafe gegen den Filmregisseur Jafar Panahi bestätigt. Sein Anwalt Mostafa Nili teilte am Sonntag mit, dass der Einspruch gegen das Urteil vom Revolutionsgericht in Teheran abgelehnt worden sei. Damit bleiben auch das zweijährige Ausreiseverbot sowie das Verbot jeglicher Mitgliedschaft in politischen und sozialen Gruppen bestehen. Verurteilt worden war Panahi wegen „Propaganda gegen das System“ und der Unterstützung der Proteste – insbesondere der Frauenbewegung 2022. Als zentralen Beweis führte das Gericht seinen heimlich gedrehten Film „Ein einfacher Unfall“ an: Der gewann 2025 die Goldene Palme in Cannes und war für die Golden Globes und die Oscars nominiert.
Überraschend war Panahi während des Kriegs nach Iran zurückgekehrt, um seine Haftstrafe juristisch anzufechten. Der Regisseur gilt seit Jahren als prominenter Kritiker des islamischen Systems und wurde mehrfach festgenommen. Seine berufliche Tätigkeit und seine Reisefreiheit unterliegen seit Langem strikten Einschränkungen. (dpa)
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