taz🐾sachen: Das Leben, die taz. Gleichzeitig
In der Rushhour des Lebens, genau da bin ich gerade. Ich bin auf meinem Fahrrad, ich bin auf Instagram. Ich schmiere meinem Kind das Schulbrot, ich schreibe einen Tweet. Ich mache Fotos, ich höre Musik, ich singe, ich tanze, ich poste eine Instagram-Story. Ich gehe nicht ans Telefon, ich schreibe Telegram-Nachrichten, ich lese Nachrichten, ich höre Podcasts. Ich date, ich küsse, ich gehe einkaufen. Manchmal bin ich krank. Dann gehe ich spazieren, wenn es wieder geht.
Ich mache Überweisungen, ich mache mir Gedanken. Ich habe Sex, ich habe Hunger, ich will alles verstehen. Ich rede, ich höre zu, ich unterbreche und ich lasse mich unterbrechen. Ich räume die Spülmaschine ein und die Waschmaschine aus. Ich sollte meine Eltern mal wieder anrufen. Ich mache mir Sorgen, ich mache mir ein Brot. Ich hole mein Kind von der Schule ab, ich bestelle Dinge, ich putze das Klo. Ich müsste mal wieder saugen und zum Zahnarzt. Ich bringe mein Kind ins Bett und schlafe ein. Ich liebe, ich lache, ich laufe.
Heute bin ich das erste Mal zur taz gelaufen. Seit heute arbeite ich hier, neben dem ganzen anderen Kram. Ich habe mir Kaffee geholt und meinen Login. Ich saß in zwei Konferenzen und habe einen Podcast moderiert. Ab Freitag kann man ihn hören. In „Specht hat Recht“ streiten zwei Kollegen über das Tempelhofer Feld und seine mögliche Bebauung. Wir sprechen über Entschleunigung und was wir dafür brauchen.
„Das alles am ersten Tag?“, fragt eine Kollegin. „So wie immer“, sage ich. Die Gleichzeitigkeit von allem, oder: mein Leben. Mareice Kaiser
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