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taz🐾sachenHat er verdient. Mega

Es kam bei der Verleihung der Deutschen Reporterpreise am Montagabend kein Applausometer zum Einsatz. Wer aber im Berliner Tipi, einem Festzelt in Steinwurfweite des Bundeskanzlerinnenamtes, dabei war, kann bestätigen, dass Jubel und Klatschen für unseren taz-Kollegen Daniel Schulz besonders laut aufbrandete.

Warum dieses Getöse? Weil sein Text „Wir waren wie Brüder“ über seine Jugend im Ostdeutschland der Nachwendezeit gerade als bester Essay ausgezeichnet worden war. Weil Daniel Schulz ein beliebter Kollege ist und man dachte: Hat er verdient. Mega. Und weil der Schall bis nach Kiew zu treiben war, wo Schulz gerade als Stipendiat bei der Wochenzeitung Kyiv Post arbeitet. Er wäre gerne zur Preisverleihung gekommen, denn so oft ist man nicht nominiert bei Reporterpreisen – und darf auch noch begründet Hoffnung haben, am Ende bedacht zu werden. Aber die Lage in der Ukraine, einem Land unter Kriegsrecht, machte seine Reise unmöglich.

Selten hatte ein taz-Artikel so sehr für Aufsehen gesorgt. Radikal ehrlich schreibt Schulz über die brutale Zeit Anfang der Neunziger, in der sich Machträume eröffneten für Jugendliche. Ein Text, der nach „Chemnitz“ geschrieben wurde und auch so gelesen werden muss.

Steffi Unsleber, die dieses Werk glänzend redigiert hatte, nahm die Auszeichnung für Daniel Schulz entgegen. In seinem Namen dankte sie, dann wurde gefeiert. In Berlin, in Kiew erst recht. Felix Zimmermann

Alle ausgezeichneten Texte finden Sie unter www.reporter-forum.de

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