taz🐾sachen: Urlaub am Dutschke-Beach
In anderen Betrieben läuft es sicher ähnlich wie bei der taz: Während des Hochsommers teilt sich die Belegschaft in zwei Gruppen – in diejenigen mit schulpflichtigen Kindern und diejenigen ohne.
Erstgenannte sind auf die Schulferien angewiesen, um endlich mal länger mit ihren Lieben raus- und rumzukommen. Sie müssen fiese Hauptsaisonpreise zahlen, für überfüllte Hotels und Campingplätze, vollgemenschte Badestrände, plattgetrampelte Bergwiesen.
Doch das Mitleid der daheimgebliebenen schulkinderlosen KollegInnen hält sich in Grenzen. Stattdessen pumpern heimlich lauter Grummelgefühle durch ihre Köpfe und Herzen – Gefühle des Zukurzkommens, des Ausbadenmüssens, des Und-ich-muss-nun-doppelt-so-hart-arbeiten-bei-dieser-Hitze! Während alle anderen sich gerade dumm und dämlich planschen! In ihren komplett blöden Holiday-Paradiesen! Es ist so ungerecht!
Aber: Wenn man als tapfere Rest-Leistungsträgerin in der Pause kurz mal das taz-Haus verlässt – wenn man versucht, wenigstens hie und da einen Fitzel des Sommers live und in Farbe mitzubekommen –, dann ist man doch mittendrin im UrlauberInnenstrom. Dann muss man boxen, um sich eine Schneise durch die Touri-Wogen zu schlagen, die sich rund um den Checkpoint Charlie gegenseitig auf die Sandalen treten, auf der Suche nach Souvenirs, Selfie-Settings, dem Glück, nach was auch immer. Dann macht man also Ultrakurzurlaub. Am Dutschke-Beach. Und denkt sich: „Gut, dass ich gleich wieder weg bin. Daheim ist’s eigentlich auch ganz schön.“ Katja Kullmann
Die Engagierten stärken
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen