taz🐾lage: Путин, иди на хуй!
Die taz ist für ihre Schlagzeilen so berühmt wie berüchtigt. Die können bisweilen auch mal haarscharf danebenliegen, und da war die Titelüberschrift in der E-Paper-Ausgabe vom Freitag vergangener Woche so ein Fall. „Гёте, идти на хуй!“stand da auf Russisch geschrieben, was auf Deutsch so viel bedeutet, wie: „Goethe, fick dich!“
In dem dazugehörigen Text ging es um die Schließung der Standorte der Goethe-Institute in Russland – eine Antwort darauf, dass die Bundesregierung beschlossen hat, dem Russischen Haus in Berlin den Stecker zu ziehen. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Sie wissen schon …
Bedauerlicherweise hatte sich in der Zeile jedoch ein grammatikalischer Fehler eingeschlichen, was Purist*innen der russischen Sprache sofort auf die Zinne brachte: Das Wort идти ist nämlich ein Infinitiv, gebraucht hätte es jedoch den Imperativ in der zweiten Person Singular,иди.Ergo war da definitiv ein t zu viel.
Generationen von Russisch-Studierenden wussten schon immer, was es bedeutet, sich an der Fakultät für „Sklawistik“ eingeschrieben zu haben. Nun ja, shit happens in der allgemeinen Hektik, aber kommen wir zum Wesentlichen: Die wörtliche Übersetzung lautet übrigens: „Goethe, geh zum Schwanz!“ Derart derbe Flüche sind in Russland nicht unüblich, wo Genitalien gerne bemüht werden, wenn es um Unmutsbekundungen geht.
Apropos Unmut und Wut, aber diesmal korrekt: „Путин, иди на хуй!“, sollte es besser heißen. Ob Wladimir Putin dafür wohl offene Ohren hat und endlich mal abdankt? Nicht nur viele Menschen in der Ukraine wüssten das sicher zu schätzen. (bo)
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