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taz🐾lageEin Herz für Merz

Auch in Zeiten des papierlosen E-Papers wollen wir unsere Ausgabe füllen. Das kann in nachrichtenarmen Phasen knifflig werden. So eine Phase war definitiv der Mittwochmorgen. Wirklich neue Nachrichten gab es nicht. Fast hätten wir aus Verzweiflung sogar einen Artikel geschrieben, in dem wir Friedrich Merz in Schutz nehmen.

Der Kanzler weilt gerade im Urlaub. Vielleicht merken Sie das daran, dass Sie weniger unbedachte Aussagen von ihm lesen. Dennoch regen sich einige jetzt auf: Während in Deutschland Flüsse austrocknen und Wälder wie nie zuvor brennen, entspannt Merz irgendwo in der Sonne?

Auch in unserer Morgenkonferenz schlugen manche in diese erboste Kerbe: Ein Bundeskanzler sei kein gewöhnlicher Arbeitnehmer! Andere hielten dagegen: Auch ein Kanzler brauche Urlaub, und Angela Merkel sei ebenfalls wochenlang abgetaucht. Zur Idee, einen Merz-hat-Urlaub-verdient-Text zu schreiben, war es dann nicht mehr weit.

Doch es kam nicht dazu, was vielleicht daran liegt, dass gerade viele taz-Redakteur:innen – im Gegensatz zum Kanzler-Urlaub von allen als verdient anerkannt – ihre sommerliche Auszeit genießen. Alternativ, so auch ein Vorschlag in der Konferenz, könne man doch auf einer Seite schlicht schreiben: „Gute Nachricht: Heute keine weiteren Nachrichten.“ Doch wie Sie sehen, haben wir unser E-Paper auch ohne Friedrich Merz und leere Seiten fertig bekommen.

Dem Kanzler gönnen wir gegen alle Miesmacher natürlich trotzdem seinen Urlaub. Fast könnte man sich daran gewöhnen, wenn er nicht da ist, oder? (vink)

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