taz🐾lage: Mit Herz und Schmerz
Da war es, das Gefühl des Verlusts. Als ich im November nach den Herbstferien wieder in die taz kam, lag am Empfang kein Exemplar der gedruckten Tagesausgabe mehr aus. Seit dem 21. Oktober 2025 erscheint die tägliche taz ausschließlich als ePaper. Aber wir machen ja weiterhin jeden Tag eine Zeitung! Wir verwenden nach wie vor viel Zeit und Herzblut darauf, täglich eine starke Titelseite zu veröffentlichen. Doch wer sieht die noch, wenn sie nicht mehr am Kiosk oder in der taz ausliegt?
Salz in meine Wunde streute kürzlich unser Justiziar, als er an einem Freitag im taz-Haus herumfragte, wer denn wisse, was heute auf der Titelseite der taz stehe. Niemand wusste es. Also fragte ich die Kantinen- und Shop-Chefin, ob wir den menschengroßen Bildschirm in Handyformat haben könnten, das zuletzt für die Anzeige des Mittagsmenüs genutzt wurde. Sie verwies mich an einen Kollegen aus dem Genossenschaftsteam, das das Gerät 2018 für die Genossenschaftsversammlung angeschafft hatte.
Der Kollege zögerte nicht lange, machte es möglich, und seit Anfang dieser Woche steht zur Begrüßung der taz-Mitarbeitenden und Besucher*innen des Hauses ein riesiger Bildschirm mit der aktuellen Titelseite neben dem Eingang. Da ist sie wieder! Wie schön! Auf Social Media testen wir derzeit noch verschiedene Varianten aus, wie und wann wir unsere allseits geliebten Titelseiten teilen. Und auf der Website sollen sie in Zukunft auch direkt auf der Startseite sichtbar werden. Vor allem versuchen wir aber, das Ikonische der taz-Titelseiten ins Digitale zu übertragen. Bleiben Sie gespannt.
Katrin Gottschalk, Chefredakteurin
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen