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taz🐾lageDie Redaktion steht Kopf

Man könnte meinen, wir bauen absichtlich Merkwürdigkeiten in unser E-Paper ein, nur um am nächsten Tag hier darüber zu schreiben: Mal drucken wir, das war noch zu Print-Zeiten, einen Blindtext ab, mal – wie am Dienstag auf der Inlands-Nachrichtenseite – produzieren wir einen Artikel mit einem Bild, das auf dem Kopf steht. Die Sache mit dem Blindtext haben wir schon einmal erklärt: Dahinter steckte ein technischer Fehler gepaart mit menschlichem Versagen. Zum kopfstehenden Bild möchte ich als Seitenproduzent gleich in die Vorwärtsverteidigung gehen: Alles genau so geplant! Zu sehen war in der Mittwochsausgabe also ein Schild mit einem roten Richtungspfeil und den Worten „Zur Musterung“. Der zugehörige Artikel beschreibt, wie angehende Berater jungen Menschen helfen, den Kriegsdienst erfolgreich zu verweigern.

Weil vielen Kol­le­g:in­nen am nächsten Morgen aber doch schwindelig zumute war, nun die Erklärung der Bildsprache: Hier zeigen junge Leute Ungehorsam gegen den neuen militärischen Imperativ, sie stellen ihn sozusagen von den Soldatenfüßen auf den, na ja, Kopf. Deshalb mussten Sie Ihr Tablet ode Smartphone drehen, um richtig sehen zu können.

Und wo wir schon dabei sind: noch ein Wort zur aktuellen Wochentaz vom 13./14. Dezember: Das Bild auf den Seiten 48 und 49 zur Nazi-Modellstadt Germania wirkt seitenverkehrt. Die Erklärung der Fotoredaktion: Das stimmt, aber genau so findet es sich in fast allen historischen Archiven, mit denen wir arbeiten. Da waren wir also nicht einmal kreativ.

Halten Sie Ihr Tablet gerade und bleiben Sie der taz gewogen.

Marvin Kalwa

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen