taz🐾lage:
Atemlos messen
Im vierten Stock der taz, zwischen den Schreibtischen des Zukunft-Ressorts, steht seit einigen Wochen ein angemessen futuristisch wirkendes Gerät und überwacht das Redaktionsteam. Oder zumindest, ob sie gut atmen können. Denn manchmal haben Menschen das Gefühl, sie müssten eine gefühlte Wahrheit noch mit Daten unterfüttern, um damit eine objektive Wahrheit zu schaffen. Das ist natürlich Quatsch, auch Zahlen müssen interpretiert werden – und dabei gibt es oft eine Menge Spielraum.
Jetzt soll also ein Messgerät mit Kugel und Drähten herausfinden, ob es im taz-Haus möglicherweise Ecken mit gar nicht so guter Luftqualität gibt, in denen man wegen Sauerstoffmangel gar nicht so gut den ganzen Tag konzentriert arbeiten kann. Die eher traurige Gegenwart der Zukunft ist nämlich, dass die acht Schreibtische hier nicht sonderlich viel Sonnenlicht abbekommen und es auch nicht die Möglichkeit gibt, mal ein Fenster zu öffnen. Und das im Land der Stoßlüfter:innen.
Womit wir wieder bei gefühlten Wahrheiten und Zahlen wären: Manchmal sind Gefühle so eindeutig, dass es zwingend Zahlen braucht. Dass die Zukunft in einer dunklen Ecke sitzt, ist eins dieser Gefühle. Trotzdem wird jetzt fleißig gemessen, in einem Jahr wissen wir dann mehr. Auch, ob die Zukunft mit eigenem Fenster nicht noch viel konstruktiver werden könnte. Yannik Achternbosch
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