südwester*in: Mitschnacker*in
Aufs Kulturgut Klönschnack, das gemütliche formlose Plaudern und Rumtüdeln, ist man in Hamburg stolz. Weil aber einige in der Pandemie ’n büschen bangbüxig geworden sind, wenn‘s ums Ansprechen Fremder geht, bringt sich André Trepoll, einer der plietschen Jungs von der dortigen CDU, mit der Forderung nach mehr Klönbänken ins hochsommerlich ausgedünnte Stadtgespräch. Mit bunter Farbe und Schild laden diese Bänke vereinsamte Vereinzelte ausdrücklich ein zum ungezwungenen Sozialkontakt. Jetzt muss Trepoll nur noch mit seinem sprachlich immer ’n büschen hüftsteif wirkenden CDU-Kollegen Christoph Ploß beschnacken, ob solche Bänke als staatliche Einrichtungen auch von dessen Gender-Sprachverbot betroffen wären. Der*die südwester*in befürchtet, dass da sonst jede*r einfach so daherplaudert, wie ihm/ihr/* die Schnute gewachsen ist.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen